Articles

  • [out-of-space.ch] Further, das neue Album der Chemical Brothers

    15 juin 2010, 18h53m



    Gemäss Pitchfork kann das neue Album der britischen Big Beat-Pioniere The Chemical Brothers am 7. Juni in den Läden bezogen werden. Ob es für diese Chemikalie ein Arztzeugnis brauchen wird, probieren wir noch herauszufinden.

    Was es jedoch brauchen wird, sind neben den Audioplayern auch Video-Wiedergabegeräte, denn Tom Rowlands und Ed Simons haben angekündigt, ...
    den kompletten Beitrag gibts auf out-of-space.ch

  • REVIEW ( in german ) : 27.12.2007 Vorspiel Live : FILEWILE @ Hive Club ( ZH / CH )

    17 jan. 2008, 7h53m

    Do., 27. Dez. – Filewile, Round Table Knights

    Programm - Disco (untere Räumlichkeit im Club Hive):
    21:00 - Türöffnung
    22:00 - Konzert: Filewile (BE) feat. Joy Frempong, RQM & Moog on Bass
    23:00 - Afterparty: Round Table Knights (BE)

    filewile.com
    myspace.com/filewile
    Kosten:
    Konzert - CHF 15.-
    Afterparty - CHF 5.-




    Kurz nach halb zehn betrat ich das Hive. Mit vor Ort kennengelernten Musikliebhabern machten wir es uns auf einem der Sofas im Discoraum bequem. Ich gestand, dass ich absoluter Filewile-Neuling bin und man unterhielt sich weiter zu Zigarette und Bierchen über dies und das. Leider befanden sich zu diesem Zeitpunkt gerade mal ca. zehn Personen im Raum. So kam es, dass erst ein paar Diskussionen, Bierchen und Zigaretten später - genauer gesagt gegen 23:00 Uhr - die ersten Filewile'schen Klänge ertönten. Ich packte meine sieben Sachen und platzierte mich vor der Bühne. Vor der Bühne heisst eigentlich vor dem imaginären Burggraben, denn unverständlicherweise nahm das mittlerweile doch einiges umfangreichere und gemischte Publikum einen Sicherheitsabstand von etwa zwei Metern (mich eingeschlossen... naja fast). Doch widmen wir uns der Musik!



    DJ aka Daniel Jakob und Dustbowl aka Andreas Ryser, als Duo besser bekannt unter dem Namen Filewile, produzieren elektronische Musik vom Feinsten! Ausführlichere Background-Infos zu den Schweizer Musikern gibt's in unserem Band-Archiv hier oder auf den offiziellen Webseiten (siehe oben).
    Losgelegt haben die Electro-Freaks an diesem Abend mit einer unveröffentlichten Nummer mit dem Arbeitstitel Spacefunk. Was da aus den Boxen dröhnte, könnte man als Kreuzung von Dub und IDM bezeichnen - very groovy! Trotz interessanten Frickeleien und verqueren, aber erfrischenden Echtzeitbasteleien donnerten die Beats insbesondere in Richtung Hüftbereich. Erst recht zwei (?) Songs später, nachdem die zwei Tourgäste die kleine, aber feine Bühne bestiegen: die vorerst schüchterne Sängerin Joy Frempong und der energiegeladene Sprechgesangakrobat RQM, der unter anderem als sehr gute Starthilfe und Rückgrat im Frontbereich diente und für eine gewisse Portion Coolness sorgte. Last but not least, der phänomenale Live-Bassist Mago, der es mir persönlich besonders angetan hatte. Auf den Punkt genau und mit teilweise etwas aussergewöhnlicher Spielweise vermochte er dem Sound ab dem DJ-Pult von Filewile die nötigen Bässe zu verleihen.

    Je länger das Konzert dauerte, desto mehr steuerten die Songs in Richtung tanzbarer, verträglicher, "normaler" (wenn man so will) ... zumindest für die Allgemeinheit, so schien es mir. Ich wäre auch mit den spezielleren, womöglich auch komplexeren (?) Songs durchaus zufrieden gewesen, aber andersrum gefiel es mir genauso. Nichtsdestotrotz war absolut genügend Raffinesse im mittlerweile sehr Dub'schen, Trip-Hop-artigen Sound. Die Sängerin Joy Frempong überraschte nach kurzer Aufwärmphase mit stilsicherem und innovativem Gesang. Sie verlieh der Musik einen Charme, wie man ihn von Grössen wie Tricky oder Massive Attack kennt. Ich möchte die Stimmen aber keineswegs vergleichen, dafür sind sie alle, die von Frempong sowie die der genannten Grössen, viel zu eigen. Beatz sowie Stimme lagen Frequenztechnisch reeelativ tief und versprühten eine angenehme Wärme und allerspätestens als dann noch ein Stück in - äusserst schwierig verständlichem - Schweizerdeutsch gesungen wurde, war die Verwirrung in den Ohren perfekt (auf eine positive Art und Weise)! RQM machte seinen Job genau so gut. Zwischendurch verschwand er wieder von der Bühne, doch jedes Mal, wenn er das Mikro in die Hand nahm, hagelte es Ragga-ähnliche Verse - in einem vor jamaikanischem Akzent strotzenden Englisch - in unsere Köpfe. Mit der dazu nötigen Selbstsicherheit und Power wirkte er trotz portioniertem Einsatz zumindest für mich wie der Frontmann der Band. Am wichtigsten jedoch, Joy Frempong und RQM ergänzten sich perfekt, insbesondere bei dem einen dialogartig aufgebauten Liebesduett. Sehr sympathisch und äusserst glaubwürdig inszeniert... ich möchte es jedoch vermeiden, an dieser Stelle in ein Fettnäpfchen zu treten, also wechseln wir das Thema ;-)
    Filewile & Co. waren die schlappen 15.- CHF allemal wert und boten ein sehr abwechslungsreiches und trotz etwas schwachem Publikum sehr tanzbares Konzert, das man aber auch ohne Weiteres auf einem Barhocker hätte geniessen können. Nachdem sich die sympathischen Musiker vor dem Publikum bedankten und die ersten Beatz der Round Table Knights aus den Boxen dröhnten, merkte ich erst, was für eine positive Stimmung der Auftritt hinterlassen hatte.
    Kurze Bemerkung zur Afterparty: RTK rockten wie gewohnt - positive vibes guaranteed... und Muskelkater im Tanzbein!

    Danke Filewile & Co, danke Round Table Knights, danke Hive, wie immer gerne wieder!


    Hier noch die Setlist des Abends:
    Spacefunk (Working Title / Unreleased)
    More EFX (Working Title / Unreleased)
    [track artist=Filewile]Babylon Beach

    Weatherman
    Damn
    Dogstore Bombay
    Toad (Working Title / Unreleased)
    Odessa Grill
    Bontesma (Working Title / Unreleased)
    Hawablue (Working Title / Unreleased)
    luvely (Filewile Version) Releasedate: 28.2.2008 on Mouthwatering
    Records / Original from The Tape vs. RQM
    Late Night (Unreleased)



    (nt)

    (photos by: dali & nt ...handy-cam)




    (Anmerkung: am 25.05.2007 erschien Filewiles hoch gelobteR LP Nassau Massage. Das Review von out-of-space.ch gibts hier.)

    Dieses Review erschien auch bei:

  • REVIEW ( in german ) : 07.12.2007 Grundton-Festival (MODESELEKTOR u.a.) @ Hive Club…

    17 déc. 2007, 23h45m

    Fri 7 Dec – Modeselektor

    Das Party-Label Grundton feierte am 7. & 8. Dezember'07 sein 5-jähriges Bestehen. Um dieses Jubiläum gebührend zu feiern, mobilisierte Grundton am 7. die Electro-Grössen Modeselektor im Zürcher Club Hive ordentlich Gas zu geben. Mit dabei waren auch das Schweizer Electro-Duo Freiraum und diverse DJs. out-of-space.ch war vor Ort!

    Club: hiveclub.ch
    Organisatoren: grundton.net

    Disco & Tanzstube: Electro, Techno
    Live: Modeselektor (Bpitch Control/Berlin), Freiraum
    DJs: DJ Lexx, Audioporno, ajele, Manon, Nader, 2eclectic

    Soviel zum offiziellen Preview. An mir liegt es nun, euch per Review einen (guten) Eindruck des Abends zu liefern. Gar nicht so einfach, bei so viel positiver Ablenkung und damit mein ich die Acts des Abends. Bei solchen Anlässen und insbesondere dieser Art von elektronischer Musik vergisst man seinen Journalistenauftrag schnell mal.
    Ab Türöffnung um 23:00 Uhr bis um 2:00 Uhr sorgten diverse DJs (siehe oben) für Stimmung und heizten dem sehr gut besuchten Hive nicht schlecht ein.



    Richtig spannend wurde es dann um 2:00 Uhr, als Freiraum ihr Set in der Tanzstube eröffneten. Irgendwo zwischen House, Electro und Techno, wobei ich mir bei Letzterem immer denke, dass es diesen damaligen Modebegriff an sich nicht mehr gibt. Wie auch immer, mit Live-Drummer und DJ am Laptop hauten uns Freiraum positive und extrem tanzbare Beats um die Ohren bzw. Hüften. Und mit positiv meine ich, dass sie entgegen den im Hive ansonsten eher düsteren und monotoneren Sets sehr gute Energie und eine helle Atmosphäre verbreiteten. Man merkte es den Besuchern überdeutlich an, dass sie mit dem Dargebotenen mehr als zufrieden waren. Was die Warm-Up-DJs nicht 100%ig umsetzen konnten, gelang Freiraum ab der ersten Minute – die Menge ging ab wie Schmidts Katze. Das Live-Drumming hat mich so sehr begeistert, dass ich ein gutes Weilchen vor dem Schlagzeuger verbrachte und kopfnickend, arschwippend der Kunst eines menschlichen Metronoms huldigte (siehe Foto). Die Vorfreude auf Modeselektor war selbstverständlich gross, doch die zwei Musiker Pablo Mateu (Drums) und Andreas Freitag (DJ) von Freiraum machten es mir nicht einfach, die Treppen zur Disco herunterzusteigen um dem Startschuss von MDSLKTR beizuwohnen.



    Um 3:00 Uhr legt Modeselektor los, so hiess es laut Timetable. Da die „Vorband“ in der Tanzstube zwei Stöcke weiter oben einerseits überzog und dazu beim Publikum noch verdammt gute Laune auslöste, verpasste ich den Beginn der Selektoren. Unten angekommen lief gerade einer meiner Favourites 2000007 (feat. TTC). Was mir sofort auffiel, waren die übertrieben dicken Bässe. Ich brauchte einige Minuten, bis ich mich an die Dröhnung gewöhnte. Innerhalb der nächsten zehn Minuten überfüllte sich die Tanzfläche und glich fast schon einer Massensauna. Heftige Lautstärke, Übergrösse des Publikums im Verhältnis zur Räumlichkeit, hohe Temperaturen und die Belagerung der Bar… Indizien dafür, dass MDSLKTR ganz klar Hauptattraktion des Abends war. Mit Granaten à la Let Your Love Grow (Feat. Paul St.Hillaire), Sucker Pin oder Black block attackierten uns Gernot Bronsert & Sebastian Szary und liessen spätestens nach dreissig Minuten kein Entkommen mehr zu.
    Was mir – wie auch schon auf dem aktuellen Album Happy Birthday – nicht so gut gefiel, war die fehlende Abwechslung im Klangspektrum. Auch wenn die Stücke sehr unterschiedlich sind, so ähneln sich die verwendeten Sounds ein bisschen zu stark. Dafür klingen sie verglichen mit Verwandten des Genres einzig- und neuartig, was wahrscheinlich auf die von MDSLKTR selbst entwickelte Software und MIDI-Controller zurückzuführen ist.
    Ein weiterer Minuspunkt war meiner Meinung nach die Performance. Zwei Freaks hinter den Gerätschaften, die zwar immer wieder mit der Crowd interagierten, aber ansonsten nichts zu bieten hatten. Von innovativ kann nicht die Rede sein, auch wenn einem in der vordersten Reihe bereits geöffnetes Gratis-Bier angeboten wurde. Weder eine Leinwand mit Videoanimationen noch eine interessante Lichtshow sorgten für visuelle Unterhaltung. Eine kleine Leinwand bzw. einen grossen Fernseher gab es im Clubraum zwar schon, dieser wurde aber während MDSLKTR ausgeschaltet. Wieso auch immer… oder war ich blind?

    [--- Anmerkung im Nachhinein: ich war tatsächlich blind und wurde informiert, dass es hinter MDSLKTR kleinere, eingerahmte Leinwände gab. Die sind mir entweder aufgrund der Grösse, Position oder Gaudi nicht aufgefallen. Oder alles zusammen, sucht euch was aus ;-) ---]

    Nichtsdestotrotz, das Publikum und somit auch ich waren schlussendlich trotzdem zufrieden mit der Show. Mich persönlich verwandelten vor allem Black block und Hyper Hyper (feat. Otto Schirach) temporär in einen Hardcore-Raver! Insbesondere bei Letzterem schienen die Boxen geradezu zu explodieren, da auch die BPM beträchtlich höher eingestellt waren als auf dem Original. Kurz: Bass, Geschwindigkeit und Songauswahl sorgten trotz weniger innovativem Auftritt für Tanzstimmung par excellence!



    Knapp zwei Stunden dauerte das Set und mit Freiraum und DJs davor, dazwischen, danach und überhaupt und sowieso gab es auch dank des passablen Eintrittspreises wohl für niemanden etwas zu meckern. Bis 6:00 Uhr sorgten diverse DJs noch für musikalische Unterhaltung, wobei sich der Club um 5:00 Uhr, also unmittelbar nach MDSLKTR sehr schnell entleerte. So musste auch ich um halb sechs kapitulieren und machte mich erschöpft, aber zufrieden auf den Heimweg.
    Danke Grundton & Hive! Gerne wieder!!

    (nt)


    (konzertfotos by corinne)


    Dieses Review erschien auch bei:

  • Wettbewerb: 2x2 Tickets für Digitalism & Goose am 15. Dezember in der Grossen Halle…

    11 déc. 2007, 19h35m

    Dank den Veranstaltern ammonit Events und der Location GROSSE HALLE in Bern ist es uns möglich 2x2 Tickets für Digitalism & Goose an der BOUTIQUE ELECTRONIQUE am 15. Dezember zu verlosen.

    Der Teilnahmeschluss ist dieser Freitag, der 14. Dezember um 24:00!

    Zum Wettberwerb gehts hier lang.

    Aber auch ohne Wettbewerb sei der Gang nach Bern empfohlen, denn neben den Live-Acts sind auch noch DJ Hell und die Berner DJ-Formation Round Table Knights am Start. Wir werden auf jeden Fall vom Event berichten.

    Unser Review von Digitalisms letztem Album Idealism gibt es hier.


    Dieser Artikel erschien auch bei:

  • REVIEW ( in german ) : Nine Inch Nails - Y34RZ3R0R3M1X3D (2007)

    10 déc. 2007, 23h56m



    Release: 20.11.07
    Label: Interscope Records (Universal)


    Mittlerweile bereits das dritte Remix-Album von Nine Inch Nails. Sogar das Vierte, würde man die Remixversion Fixed der EP Broken auch noch mitzählen. Einige grosse Namen verbergen sich hinter den neu gemixten Songs. Als kleines Zückerchen gibt es all inclusiveauch noch eine DVD, welche die einzelnen Bestandteile aller Year ZeroSongs beinhaltet (zum selber remixen, für alle hungrigen Soundtüftler da draussen). Y34RZ3R0R3M1X3D (Halo 25) erschien nur sieben Monate nach Year Zero selbst und ist das letzte auf Interscope Recordserschienene Album, da hiermit der Vertrag endgültig erfüllt ist. Zukünftig wird Trent Reznor seine Alben vermutlich in Eigenregie auf den Markt bringen und auf Aussagen Reznors basierend, können wir auch live eine Performance ohne Band erwarten (...von wegen neue Herausforderungen). Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber wir können wohl mit noch mehr Musik mit Schwerpunkt auf Elektronischem rechnen. The Workaholic is working!

    Im Folgenden werdet ihr ein etwas anderes Review als gewohnt zu lesen kriegen. Geschrieben von Caspar Reist (cr) und mir (nt). Wir beide kennen und lieben Nine Inch Nails bzw. Reznors Schaffen, haben aber trotzdem leicht unterschiedliche Meinungen über dieses Album. Viel wichtiger ist jedoch, dass wir über Musik generell, Genres und Bands doch sehr unterschiedliche Ansichten haben, was bei diesem Remix-Album aufgrund verschiedenen MusikerInnen aus ebenso verschiedenen Genres zu einem längeren Dialog geführt hat. Wir hoffen, dass euch unsere Eindrücke dem Album irgendwie näher bringen und/oder einen guten Einblick gewähren.

    [ Guns By Computer (Saul Williams) ]
    cr: Wow, was für ein Anfang!
    nt: Die Platte fängt ja mal perfekt an!
    cr: Obwohl sicher viele den Saul nicht so gut mögen wie wir... verständlicherweise...
    nt: Gut möglich, nichtsdestotrotz: genialer Gastauftritt!
    cr: Saul Williams ist so eine Sache für sich, aber es verwundert ja nicht, hat Trent Reznor doch auch seine neuste Platte produziert.
    nt: Und dazu noch teilweise geschrieben. Zurück zum Thema, kurz zusammengefasst: Hyperpower im Original mit energiegeladenem Sprechgesang von Saul Williams. Nicht wirklich ein Remix, aber saubere Arbeit, next one!

    [ The Great Destroyer (modwheelmood) ]
    nt: Endlich wieder mal Nine Inch Nails mit Akustikgitarre, yeah!
    cr: Oh ja! Wurde auch Zeit. Modwheelwood hat da definitiv meinen Nerv getroffen.
    nt: "Erdiger Electro"... fast schon Easy Listening... zumindest vorerst.
    cr: Und Trents Stimme erzeugt noch mehr Gänsehaut als im Original!
    nt: Auf jeden Fall! Liegt aber auch stark am komplett neuen Arrengement. Neue Harmonien, neue Elemente und eine E-Gitarre gen Schluss die nochmal eins obendrauf setzt.
    cr: Fass es kurz, einer der Besten auf dem kleinen Silberling (der übrigens ein wunderschönes Cover hat).
    nt: Wohl wahr. Das Bild finde ich auch sehr schön.

    (Anmerkung: Alessandro Cortini, Reznors Live-Keyboarder, ist Mitglied bei Modwheelmood.)

    [ MY VIOLENT HEAT (Pirate Robot Midget) ]
    nt: Killerbeat!
    cr: Die Jungs... sind es Jungs? ...habens drauf!
    nt: Du meinst die Remixer? Keine Ahnung, ich weiss nicht mal wer das überhaupt ist, Pirate Robot Midget...
    cr: Klingt aber gut! Vielleicht mag ich aber auch einfach das Original zu sehr.
    nt: Dito! Für mich ist die Remix-Version definitiv eine der stärker glänzenden Perlen auf Y34RZ3R0R3M1X3D! Dieser Beat drückt einfach trotz mässigem Tempo unglaublich nach vorne. Schade dauerts nur zweieinhalb Minuten.
    cr: Ach, dann kann man ihn dafür öfter hören, aber du hast Recht, so ein bisschen mehr hätte ihn kaum schlechter gemacht
    nt: Genau so The Beginning of the End auf Year Zero. Apropos...

    [ The Beginning of the End (Ladytron) ]
    cr: Ich bin ja kein Fan von Ladytron muss ich gestehen...
    nt: Als Fan würde ich mich auch nicht bezeichen, aber sie haben ein paar Songs die mich vollends überzeugen.
    cr: Also für mich klingts einfach wie TBOTE 'à la Ladytron'... mehr ein Cover als ein Remix find ich.
    nt: Erinnert mich irgendwie ein wenig an New Wave und 80er Jahre. Hätte ich mir bei meinem Lieblingssong bzw. Lieblingspusher auf dem Originalalbum ja nicht unbedingt gewünscht.
    cr: Aber ich kann mir gut vorstellen dass viele den Song mögen...
    nt: Zumindest ein gutes Cover, hätte mir bloss etwas anderes gewünscht. Noch ein Hinweis: wenn ihr am Schluss genau hin hört, erkennt ihr ein Sample vom Klassiker Closer vom Jahrzehnte-Album The Downward Spiral

    [ Survivalism (saul williams) ]
    nt: Saul Williams die Zweite. Dieses mal "nur" hinter den Gerätschaften.
    cr: Find ich toll, klanglich ein echtes Meisterstück. Das nenne ich Bass! Aber da war diese Version, die es schon lange vor dem Album gab - opalheartclinic niggy tardust (escaped) (by saul wiliams and thavius beck) oder kurz, Tardusted - wo Saul dann auch noch seine Wörter drüberlegt. Die find ich dann doch noch um einiges stärker.
    nt: Meine Rede! Mich flasht auch der Klatsch-Sound total und und und... Die Produktion ist der Hammer. Gibts noch was zu sagen? Niggy Tardust 4 real?
    cr: Eben nicht... *zwinkert*

    [ Capital G (Epworth Phones) ]
    nt: Yeah, satter 4/4 Beat! die verschnörkelten Sounds klingen richtig geil dirty.
    cr: Ja... klingt gut, ist aber zu lang.
    nt: über Songlänge können wir später auf dem Album gerne ausführlicher diskutieren... Ernsthaft, du hast schon recht, er ist etwas zu lang. Trotzdem erzeugt er für mich eine fantastische Clubatmosphäre und juckt heftig im Tanzmuskel.
    cr: Das hat was, aber Nine Inch Nails Songs - auch als Remix - wecken in mir eben nur bedingt die Erwartung oder Hoffnung auf Clubatmosphäre *zwinkert*
    nt: Geschmacksache... immerhin haben es Epworth Phones geschafft dem Song eine eigene Note zu verpassen. Und ausserdem gehört das Original auf Year Zero zu meinen grössten Favoriten!

    [ Vessel (Bill Laswell) ]
    nt: Auch eins der stärksten Stücke auf Year Zero - was gibt das wohl für einen Remix? Insbesondere das Beat-Spektakel in der zweiten Hälfte des Originals, sozusagen der Hauptgang!
    cr: Mhh, ich finde den Remix zwar interessant, aber ich muss sagen, der Wiederholfaktor ist eher klein bei mir. Bill Laswell scheint seine Freude gehabt zu haben, gibt es doch eine Menge Spielereien am Mixer.
    nt: Ja scheint so. Finde es aber auch schwierig hier einen guten Remix hinzukriegen und dieser ist bestimmt nicht schlecht. Ich höre Vessel einfach viel lieber im Original. Vor allem aufgrund des rhythmischen Höhepunkts in der besseren Hälfte des Songs, wahnsinn! Ein Remix dieses Songs macht einfach keinen... Sinn?
    cr: Ja und ich finde dafür unterscheidet er sich zuwenig vom Original um richtig 'gut' zu sein.
    nt: Bill Laswell orientiert sich meiner Meinung nach zu stark am Original, ohne dessen Vorteile hervorzuheben und generell fader und flacher. Sozusagen Vessel im Weichspühler. Wie auch immer, reinhören sollte man als Year Zero Liebhaber schon.
    cr: /sign.

    (Anmerkung: Bill Laswell ist langjähriger Bassist und Produzent und arbeitete schon mit zahlreichen grossen Namen zusammen, wie z.B. Herbie Hancock, Bootsy Collins, Afrika Bambaataa, Peter Gabriel und und und...)

    [ The Warning (stefan goodchild featuring doudou n'diaye rose) ]
    nt: Zumindest auf dem Remix-Album: my personal Favourite!!
    cr: Kopfhörermusik vom allerfeinsten!
    nt: Gut, dass du es erwähnst, Y34RZ3R0R3M1X3D generell, ists wie für Kopfhörer geschaffen. Aber zurück zum Song, die Abteilung für Beats & Rhythmus fasziniert mich ungemein! Dazu noch die herrlich bösen elektronischen Sounds - yeah!!
    cr: Was soll man sagen, in meinen Ohren das Original perfekt herausgehört und um einige schön düstere Elemente erweitert.
    nt: Ja, ein schön abstrahierter Remix! Phänomenal verändert und aus meiner Sicht dem Original um einiges voraus. Danke Stefan Goodchild & Doudou N'Diaye Rose ...wer auch immer ihr seid.

    [ Meet You Master (The Faint) ]
    cr: ähm... ja... einmal interessant, beim zweiten Mal lustig, ab dem dritten Mal, mir definitiv zu mühsam und clubbig.
    nt: Akustische Scienc-Fiction Lasershow... auf dem Dancefloor!
    cr: In anderen Worten: nicht Nine Inch Nails!
    nt: Nicht unbedingt originell umgesetzt, aber wenn man bedenkt, dass die Synth Rock Band The Faint die verzerrten Gitarren mit feinstem Electro mit House-Charakter ersetzt haben und der Song meiner Meinung nach immer noch sehr mitreissend und energiegeladen ist - Respekt! Leider erinnert er auch stark ans Original, mit dem ich den Remix dann auch meistens ersetze.
    cr: Ja, ich wollte auch nicht sagen, dass er schlecht ist. Ich glaube er kann schon gefallen, mir aber nicht.

    [ GOD GIVEN (Stephen Morris Gillian Gilbert) ]
    cr: Ich muss sagen im direkten Vergleich würde ich mich wohl sogar für den Remix entscheiden... wobei ich das Original natürlich auch schon mehr gehört habe. Auf jeden Fall klingt diese Version irgendwie angenehm satt und knackig.
    nt: Genau. Und ich liebe es, wenn ein Song mit einem Bass beginnt, bei dem ich mir die Taktmarkierungen andernorts vorstelle und mich die später einsetzenden Drums des Besseren belehren, cool! Stephen Morris und Gillian Gilbert von der weltbekannten New Wave Band New Order haben hier gute Arbeit geleistet. Wer hätte es auch anders erwartet.
    cr: Diese Version ist einiges elektronischer als das Original, soll aber jetzt nichts schlechtes heissen.
    nt: Sie hat etwas von diesem animalischen Charme des Originals verloren. überzeugt hingegen mit out-of-space-Effekt.

    [ Me I'm Not (Olof Dreijer) ]
    nt: Okey. was ist das? Eins vorweg, mir gefallen The Knife wirklich sehr gut. So heisst die sehr innovative Electro Band von Olof Dreijer und dessen Schwester Karin Dreijer Andersson. Markantes Markenzeichen sind die Effekt unterlegten Stimmen... aber ich schweife ab. Was Olof hier "rekonstruiert" hat, könnte man als Platzverschwendung bezeichnen.
    cr: Dem kann ich mich nur anschliessen, wobei ich schon The Knife nicht wirklich mag... aber ich glaube das spielt auch gar keine Rolle. Ich frage mich wirklich was das zwischen dem ganzen Rest der Platte überhaupt zu suchen hat.
    nt: Vierzehn Minuten lang zelebriert Dreijer hier Minimal (Genre) von der Sorte "Dinge, die ein NIN-Remix-Album nicht braucht". Ein überlanges Intro mit unheimlichen (leicht an Echoes von Pink Floyd erinnernd) walgesangartiger Gitarre, nein falsch, Synthesizer... ähm, ich gebe ab.
    cr: Null Punkte von mir für diesen Song. Olaf Dreijer kann gut produzieren, aber mit dem eigentlichen Song hat das nichts mehr zu tun.
    nt: Und ja klar, wenn man Minimal sehr gut mag, dann wird man sicher Freude am Remix haben. Nur, wieso vierzehn Minuten!?!? Ich hatte bei den ersten zwei Hördurchgängen auch meine Momente mit dieser Version, aber das wars dann auch schon. Whatever...

    [ Another Version of the Truth (Kronos Quartet and Enrique Gonzalez Muller) ]
    nt: Genial! Das Kronos Quartet - welches unter anderem auch schon bei Amon Tobin tatkräftige Unterstüzung leisten "durfte" - transformierte Another Version of the Truth in ein fantastisches Streicherspektakel.
    cr: Für mich ganz klar eines der Highlights auf der Platte. Besonders nach Olaf Dreijers unendlichem Abschweifer tut es gut von natürlichen Klängen entführt zu werden. In eine Welt, die zwar irgendwie noch Nine Inch Nails ist, aber ganz anders klingt. Eigentlich kann man das nicht beschreiben, darum hört selber rein! Den Song könnt ihr nämlich auf der Homepage des Kronos Quartet anhören.

    [ In This Twilight (fennesz) ]
    cr: Ein Remix im Sinne des Wortes. Nahe am Original, eigentlich sogar ziemlich genau das Original, klingt nur anders...
    nt: In This Twilight (foggy version) würde auch ganz gut passen. Man nehme die Rauscheffekte von All Is Full of Love von Björk, verstärke sie um das dreifache und spiele dazu In This Twilight im Original mit weniger Bass und reduzierten Drums. Naja... der Song ist toll, aber der Remix bringts irgendwie nicht. Oder?
    cr: Naja... ein Song weniger den Olaf remixen kann *zwinkert* Eben, stört nicht, ist aber auch nichts Neues, da hör ich mir lieber nur das Original an.

    (Anmerkung: Fennesz, mit Vorname Christian, produziert ansonsten experimentellen Ambient-artigen Electro.)

    [ ZERO SUM (Stephen Morris & Gilian Gilbert) ]
    cr: Auch einer der eher unspektakuläreren Remixes. Meiner Meinung nach haben sie bei God Given bessere Arbeit geleistet. Ich hätte mir etwas mehr Unterschiede zum Original gewünscht. Trotzdem ein hörenswerter Remix mit ein paar netten Klängen.
    nt: Ich glaube es liegt hauptsächlich am Geflüster von Trent Reznor, welches beim Original durchaus Sinn macht, in diesem neuen Electro-Gewand aber überhaupt keinen. Beat-technisch sensationelle Arbeit und im Refrain funktioniert auch die Kombination mit Reznors Gesang. Zero Sum ist meiner Meinung einmal mehr, kein Song den man remixen sollte bzw. kann. Hierbei wünschte ich mir viel eher eine Adaption von einem Pianisten à la Brad Mehldau.
    cr: Versteh ich jetzt nicht wirklich. Dafür gäbe Zero Sum nicht genug her. Insofern haben Morris und Gilber hier für alle die zum Original noch keinen Zugang gefunden haben gute Arbeit geleistet. Indem sie das Original grunsätzlich beibehalten haben, aber das typisch Sperrige weggelassen haben.
    nt: Stimmt nur bedingt. Nur mit Ohren, die etwas verzwickteren Electro auch gut vertragen. produktionstechnisch sicher Top Niveau und schlecht kanns eigentlich gar nicht sein, eben weil das Original noch sehr stark durchscheint. Cooler,verchillter Electro. Guter Song. Nette Lyrics.

    [ FAZIT ]
    Nach reichlicher überlegung sind wir zum Entschluss gekommen, dass wir - jetzt wo es um die Bewertung geht - beide gute achteinhalb Sterne vergeben würden. Da man aber ganz klar sagen muss, dass wir beide dicke Nine Inch Nails-Fanatiker sind und da das Album doch auch einige Schwachstellen hat, runden wir auf acht ab. Trotzdem dürft ihr euch diesen wichtigen Hörtipp nicht entgehen lassen!

    (cr & nt)


    Doomed from the start
    May God have mercy
    On our dirty little hearts
    Shame on us
    For all we've done
    And all we ever were
    Just zeros and ones

    by Trent Reznor



    BEWERTUNG: 8/10

    Meine Favoriten (nt):

    - The Warning

    - The Great Destroyer

    - My Violent Heart


    Und seine Favoriten (cr):

    - Survivalism

    - The Great Destroyer

    - The Warning



    Tracks:
    01. guns by computer - saul williams 1:43)
    02. great destroyer - modwheelmood (4:19)
    03. my violent heart - pirate robot midget (2:34)
    04. beginning of the end - ladytron (4:20)
    05. survivalism - saul williams (4:18)
    06. capital g - epworth phones (7:25)
    07. vessel - bill laswell (6:10)
    08. warning - stefan goodchild feat. doudou n'diaye rose (3:43)
    09. meet your master - the faint (3:35)
    10. god given - stephen morris and gillian gilbert (4:27)
    11. me, i'm not - olof dreijer (14:14)
    12. another version of the truth - kronos quaret and enrique gonzalez muller (4:25)
    13. in this twilight - fennesz (4:37)
    14. zero-sum - stephen morris and gillian gilbert (5:38)



    Dieses Review erschien auch bei:

  • Über Musik zu schreiben, ist wie zu Architektur zu tanzen

    25 nov. 2007, 20h11m

    Einige von euch kennen das deutsche Musikmagazin VISIONS. Im September'05 erschien die Jubiläums-Ausgabe zum 15. Geburtstag. Nebst vielen, einmaligen und speziellen Artikeln gab es einige Seiten Mitarbeiterporträts nachzuschlagen. Auf denen konnte man teils interessante, teils weniger spannende Antworten auf diverse Fragen an die VISIONS-Crew lesen. Eine davon fand ich sowas von passend, dass ich sie hier zitiere. Bei der "interviewten" Person handelt es ich um Carsten Schumacher, Chefredakteur von VISIONS.

    ----------------------------------------------------------------------------------
    >> Was ich beim Schreiben über Musik am schwersten zu vermitteln finde?!?
    Wie zu Architektur zu tanzen, sei das Schreiben über Musik. Alter Zappa-Spruch. Für ganz so absurd halte ich es aber nicht. Die Schwierigkeit besteht eher darin, alle auf Ballhöhe zu halten. Kultur ist wie ein Gespräch, Popkultur wie ein schnelles Gespräch. Es geht um den Augenblick, das richtige Statement zur richtigen Zeit. Auf Musik bezogen: das richtige Zusammenspiel von Sound, Artwork, Performance. Wer da zu lange draussen ist, spricht plötzlich wie die eigenen Eltern. Wer da den Faden verliert, kann zum Sound immer weniger sagen. Das geht bis zum Kopfschütteln. Während meiner Zivi-Zeit hatte mein Kumpel eine Freundin, die doppelt so alt war wie er. Wir hörten Maiden oder Megadeth und sie sagte immer: "Das klingt doch eh alles wie Led Zeppelin". Und das ist das Schöne an Popkultur, dass Alter und Erfahrung hier fast keine Rolle spielen. Es sind doch meist die Jüngeren, die Recht behalten. Gnade der späteren Geburt. Aber eben alle zu erreichen, die Jungen und die Alten, die Nerds und die Gelegenheitshörer, die drinnen und die draussen, das ist und bleibt beim Schreiben eine knifflige Sache.
    ----------------------------------------------------------------------------------

    QUELLE: VISIONS Nr. 150
  • REVIEW ( in german ) : Snoopy Over The Hills - The Dark Side Of The Spoon (2007)

    19 nov. 2007, 17h53m



    Release: 17.09.07
    Label: (no Label)


    VORWORT.............

    Ich mag es nicht, wenn bei inländischen Releases oftmals wiederholt erwähnt wird, dass sie aus dem Land der Eidgenossen stammen. Natürlich darf man stolz sein, aber insbesondere Aussagen wie "für eine Schweizer Band" oder "für Schweizer Verhältnisse" ... das find ich eher kontraproduktiv und doof. Also nicht falsch verstehen, das soll keineswegs heissen, dass ich Musik aus der Heimat nicht mag! Diesen September erschien z.B. ein Album, das ich für sehr, sehr gut gelungen halte. Snoopy Over The Hills nennt sich der Erfinder und liefert uns mit The Dark Side Of The Spoon sein Debüt als Solokünstler. Solokünstler? Richtig! Nicolas Sciarrone ist unter anderem Gitarrist & Songwriter bei der Zürcher Trip-Hop-Band BSK und dem Indie-Rock-Quintett http://www.Asleep.ch/ (mit Punkt!). Dazu kommt als allerwichtigste Eigenschaft natürlich noch, dass er selbst Mitglied in unserem out-of-space.ch-staff ist... ;-)



    REVIEW.............

    Aber zurück zum Album. Produziert wurde es in Los Angeles. Es handelt sich grob beschrieben um eine Ansammlung verschiedenster Songs in der Überkategorie Electronic Music & Co. Von langsameren, beinahe IDM- & Ambient-artigen Songs (you've never met the emperor of china), über sogenannten Neo Rave (the pilot), gittarenlastigen Drum'n'Bass (steam engine through your brain), bis hin zu Deep/Tech House (snoopy over the house) ist alles vertreten. Eröffnet wird TDSOTS jedoch mit einer instrumentalen Trip-Hop-Nummer. Dabei sollte ich erwähnen, dass abgesehen von einigen Spoken-Vocals-Samples jeder Titel ausschliesslich instrumental ist. Ich persönlich habe da absolut nichts dagegen und konnte mich von dem eher depressiven, nebligen a tribute to robert paulsen sehr schnell begeistern lassen. Ein sehr zurückhaltender Opener, welcher zumindest mich auf nachdenkliche und eher traurige Songs einstimmt.
    Ist aber nicht der Fall! TDSOTS bleibt von der Grundstimmung her prinzipiell zwar fast ausnahmslos düster, aber bei the pilot könnte man tatsächlich meinen, es handle sich um einen Remix von den Stimmungskanonen der Band Goose. Ich mag zwar Musik in diesem Stil, aber dieser Song hier hat es mir irgendwie nicht angetan. Geschmäcker sind verschieden, ich kenne nämlich zwei Personen, von denen ich weiss, dass es einer ihrer Lieblingssongs ist. Mir gefällt dafür the battle wieder um einiges besser! Roher, monotoner, aber extrem nach vorne drückender... ähm, gute Frage... was ist das? House? Electro? Minimal? Techno? Whatever, für Genrespaltung bin ich hier nicht zuständig. Hauptsache die Nummer geht ab!

    Bisher haut mich The Dark Side Of The Spoon aber noch nicht so richtig aus den Socken. Enttäuschen tut sie dafür genau so wenig.
    Was als nächstes durch die Boxen dröhnt, klingt genau zum richtigen Zeitpunkt schwer nach Abwechslung. Mit you've never met the emperor of china geht's in Richtung Ambient und verchillten Electro, welchen ich ansatzweise fast schon mit IDM-Verwandten vergleichen kann. Hierbei fällt mir auf, dass es, wenn man genau hinhört, bei jedem Song bisher ziemlich interessante Gitarrensamples zu erleben gibt. Bei Emperor Of China gefallen sie mir besonders gut! Erinnert mich ein bisschen an ein Radiohead-Konzert und Jonny Greenwood.
    Als nächstes betreten wir mit snoopy over the house einen House-Club, in dem ordentlich mit dem Arsch gewackelt werden soll. Catchy Synthi-Akkorde Richtung Chill House & Jazz mutieren mit der altbewährten 4/4 Bass Drum und einer phänomenalen Bass Line zum Partysong des Albums. Zum Knüller des Monats nominiere ich allerdings Steam Engine Through Your Head: düsterer Drum'n'Bass mit einem Arrangement, das einem wieder mal insbesondere dank den fantastischen Gitarrensamples sofort ins Ohr geht. Wer hierbei nicht mindestens mit einem Körperteil mitwippt/-tippt/-etc., dürfte wohl generell nichts für D'n'B übrig haben. So oder so tut es mir sehr leid für diejenigen. Mit Abstand mein persönliches Highlight auf der Platte!
    approaching destruction versucht mit träumerischen Synthesizern, einem erneut herrlich traurigen, gezupften Gitarrensample und (ich nenne sie..) Spoken-Vocals-Samples zu überzeugen. Funktioniert auch. Bei mehrmaligem und aufmerksamen Hören können insbesondere Songs wie dieser zu wahrer Grösse heranwachsen. Mindestens soviel Wachstumspotential besitzt der Letzte und gleichzeitig einer meiner Lieblingssongs auf der Scheibe: yesterday I was a polar bear. An sich nichts Neues. Zunächst etwas minimalistisch, träumerisch und schliesslich immer satter & atmosphärischer baut sich der Song langsam auf, bis ein satter Downbeat das Kopfnicken betätigt. Es zeichnen sich wunderschöne Eislandschaften im Kopf und lassen einen besonders mit Kopfhörern förmlich davonschweben. Besser hätte diese Tour durch ein breites Spektrum elektronischer Musik nicht enden können.


    FAZIT..............

    Mir gefiel TDSOTS nach dem zweiten oder dritten Hördurchgang um einiges besser als beim ersten Versuch. Und wie bei fast jedem neuen Album, empfehlen sich Kopfhörer - nur schon um die kleinen Spielereien bewusst aufzunehmen. Und somit kommen wir zum ersten Kritikpunkt meinerseits. Vielleicht hab ich mir das Album auch zu oft angehört (was ja nur Gutes heissen kann), aber nach einer Weile kennt man fast alle Songs zu gut. Diese bieten dann nur noch wenig Unterhaltung und man vermisst mehr Frickeleien, ein Zirp da, ein Beep dort. Für mich zählen insbesondere Steam Engine Through Your Brain und Yesterday I Was A Polar Bear ganz klar zu den Ausnahmen, was bei ersterem ganz klar ist und bei letzerem wohl eher Geschmacksache. Doch um die fünf Songs begeistern mich mittlerweile nur noch wenig.
    Dies wiederum hat bestimmt mit meinem zweiten Kritikpunkt zu tun und das wäre die Länge der Spielzeit. In meinen Augen (bzw. Ohren) ist das Album einfach zu kurz. Somit fehlt auch automatisch die Dichte und das Durchhaltevermögen auf längere Zeit. Hätte ich davon abgesehen, gäbe es nur schon wegen der Verbindung verschiedener Stile und des trotzdem gut funktionierenden Zusammenspiels acht Sterne. Ausserdem wurde das ganze Album so gut wie im Alleingang produziert, von programmierten Drums, über Synthesizer & Geräuscheffekte, bis hin zu den Gitarren. Hut ab!

    Mit Sicherheit ein tolles Debüt mit interessanten Sounds und einer gesunden Mischung aus Stileinflüssen. Wir hoffen auf jeden Fall auf mehr! Reinhören kann man hier. Auf begrenzte Zeit kann man sogar das komplette Album gratis downloaden. Über Live-Daten wird gemunkelt.

    (7/10)

    Meine Favoriten:

    - steam engine through your brain

    - yesterday I was a polar bear

    - the battle



    Tracks:
    01. a tribute to robert paulsen

    02. the pilot

    03. the battle

    04. you've never met the emperor of china

    05. snoopy over the house

    06. steam engine through your brain

    07. approaching destruction

    08. yesterday I was a polar bear


    Dieses Review erschien auch bei:

  • REVIEW ( in german ) : Ewan Pearson - Piece Work (2007)

    27 sept. 2007, 11h05m



    Release: 24.09.07
    Label: !K7


    Mit Piece Work beschenkt uns Ewan Pearson mit einem Remix-Doppel-Album das seines Gleichen sucht. Doch bevor ich darauf eingehe, zuerst noch ein paar Worte zu Ewan Pearson: seinerseits Produzent, DJ und Remixer der gerne mal einen seiner diversen Künstlernamen wie Mass, Sulky Pup, Villa America, World Of Apples oder Dirtbox benutzt. Als Produzent hatte er unter Anderem bei The Rapture (Pieces Of The People We Love), Ladytron oder Chikinki seine Finger im Spiel. Seine Remixe reichen von Künstlern wie The Chemical Brothers über Goldfrapp und Ladytron bis hin zu Depeche Mode. Ein Wunder, dass ich bis vor Kurzem noch keine Ahnung von diesem Tausendsassa hatte. Falls es euch ähnlich geht, empfehle ich euch wärmstens weiterzulesen oder sofort in den Record Store eures Vertrauens zu rennen um euch ein Exemplar von Piece Work zuzulegen.

    Man lese nur mal seine Auswahl an Künstlern & Songs, die er auf seinem neusten Werk remixt. Einiges der crème de la crème im Bereich Electronica aller Art und mehr! Wie es sich für einen ordentlichen DJ gehört, funktioniert die Tracklist vom Beginn an bis zur letzten Sekunde. Das Ganze wirkt schön wie aus einem Guss. Anständige Übergänge und viel Abwechslung scheinen selbstverständlich. Die durchschnittliche Tracklänge liegt bei satten 7 Minuten und droht keineswegs zu langweilen. Im Gegenteil! In den ersten Minuten wirken die meisten Songs noch relativ nahe am Original (soll heissen, man erkennt sie sofort), doch über Zeit wird das von Pearson neu eingehauchte Leben deutlich wirksam und erfreut zumindest meine Wenigkeit enorm. Es fällt auf, dass er die sich für Repetition gut geeigneten Passagen gerne in die Länge zieht und eben diese sich dank minimalen Spielereien tief in die Gehörgänge bohren. Stilistisch befinden sich die insgesamt 21 Lieder mit über zweieinhalb Stunden Spielzeit im Bereich oder auch . Wobei ich Ersteres passender finde. Doch was bedeuten schon Genrebezeichnungen, Hauptsache ist: Piece Work haut euch aus den Socken!
    Was mich besonders beeindruckt ist, dass, obwohl der Grossteil der Songs Club-orientiert geschmiedet zu sein scheint, sie meiner Meinung nach auch exzellent in der Heimanlage funktionieren... oder im Auto... oder zu Fuss mit Kopfhörern -> Electro-House für jede Gelegenheit! Natürlich wird diese Musik insbesondere live noch intensiver zur Geltung kommen... schätze ich mal, da ich das Vergnügen selbst noch nicht hatte.
    Es passiert nicht oft, dass mich diese Art Musik ab Konserve so sehr begeistert. Irgendwie hat es Pearson geschafft, seinen Sound easy-listening-artig und heftig zugleich auf CD zu pressen. Hypnotisierend und entspannend wirken zum Beispiel die zwei Remixe von Goldfrapp "Train" und "Ride a White Horse" oder "One, Two, Three - Gravity" von Closer Musik - drei meiner Lieblinge auf Piece Work. Wogegen die Versionen von Franz Ferdinand und The Rapture schon eher in Richtung "schwing deinen Arsch, Baby" mit fetzigeren zum Tanz animierenden Klängen daherkommt. Von aggressiver kann nicht die Rede sein! Selbst Alter Ego "Beat The Bush" oder Röyksopp "49 Percent" wirken nicht zu übertrieben, obwohl hier schon deftigere, Noise-artige Sounds zu hören sind.

    Es ist und bleibt stets ein leicht verdauliches, beatlastiges, zum Tanzen animierendes und sensationell groovendes Album. Von meiner Seite her gibt es ohne Zweifel 9 Sterne!

    (9/10)

    Meine Favoriten:
    - Goldfrapp - Train
    - goldfrapp - ride a white horse
    - The Chemical Brothers - The Golden Path
    - Closer Musik - One, Two, Three - No Gravity
    - franz ferdinand - outsiders
    - the rapture - i need your love



    Tracks:
    CD1
    Seelenluft feat. Mixmaster Michael Smith - 'Manila' (Ewan Pearson Remix)
    The Chemical Brothers feat. The Flaming Lips - 'The Golden Path' (Ewan Pearson Extended Vocal)
    Futureshock - 'Pride's Paranoia' (Ewan's Sticking Plaster Remix)
    Silver City - 'Shiver' (Ewan's Bari Girl Remix)
    Fields - 'Song For The Fields' (Ewan Pearson Vocal Remix)
    Playgroup - 'Make It Happen' (Ewan Pearson Remix)
    Freeform Five - 'Perspex Sex' (Ewan Pearson's Hi NRG Remix)
    Slam feat. Dot Allison - 'Visions' (Ewan Pearson Remix)
    Goldfrapp - 'Train' (Ewan Pearson 6/8 Vocal)
    Closer Musik - 'One, Two, Three - No Gravity' (Ewan Pearson’s 2004 Remix)
    Franz Ferdinand - 'Outsiders' (Ewan Pearson Remix)

    CD2
    Mocky - 'Catch A Moment In Time' (Ewan Pearson’s Memory Blissed Remix)
    The Rapture - 'I Need Your Love' (Ewan's Stay In School Mix)
    Pet Shop Boys - 'Psychological' (Ewan Pearson Mix)
    Alter Ego - 'Beat The Bush' (Ewan Pearson's Slow NRG Edit)
    Röyksopp - '49 Percent' (Ewan Pearson Glass Half Empty Remix)
    Goldfrapp - 'Ride A White Horse' (Ewan Pearson Disco Odyssey Parts 1 & 2)
    Ladytron - 'Evil' (Ewan Pearson Radio Edit)
    Moby - 'Raining Again' (Ewan Pearson Instrumental)
    Cortney Tidwell - 'Don't Let Stars Keep Us Tangled Up' (Ewan’s Objects In Space Remix)
    Depeche Mode - 'Enjoy The Silence' (Ewan Pearson Extended Remix)


    Dieses Review erschien auch bei:

  • [out-of-space.ch] Wettbewerb: "Gravity" von Division Kent

    17 sept. 2007, 13h01m

    Nach dem Erstling "Monsterproof" kehren Division Kent zurück mit dem Nachfolger "Gravity", der sie von einem ambitionierten Duo zu einem ausgedehnten Bandkosmos anwachsen lässt. Insgesamt legen sie einen in düsteren Tönen gehaltener Zweitling vor, gewichtiger als das erste Werk, ohne dessen Vitalität zu unterbieten und durchaus mit einigen Farbschlänkern. Das Spektrum der Band wurde jedenfalls gehörig erweitert. Das komplette OOS-Review gibt's hier, reinhören könnt ihr da.

    Out-of-space.ch verlost dreimal das Album "Gravity" von Division Kent, das soeben am 7. September erschienen ist. Teilnahmeschluss ist der 30. September.

    Zur Teilnahme gehts hier lang!

    (author: wanja)

  • REVIEW ( in german ) : Vector Lovers - Afterglow (2007)

    16 sept. 2007, 21h32m



    Release: 27.08.07
    Label: Soma Records


    Der britische Soundtüftler Martin Wheeler - besser bekannt als Vector Lovers - veröffentlichte kürzlich seinen dritten Longplayer Afterglow einmal mehr über das Label Soma Records. Sein Lager hat er in der Region , , errichtet und ist seit 2003 fleissig am produzieren. Mehr dazu in unserem Archiv hier.

    Hauchdünn beginnt einen das feine Klanggewebe zu umringen. Kristallklar tropfen die Beats durch die Boxen. Man stellt sich vor inmitten einer Gletscherlandschaft zu stehen. Störende Nebengeräusche ausserhalb der Kopfhörer sind völlig vergessen. Leise horcht man den kühlen Sounds, ohne jedoch zu frieren - die Bässe dienen als Wärmepolster. Hin und wieder ertönt eine zurückhaltende männliche Stimme (Hush Now, Lost the High) und animiert zum mitsummen. An anderen Stellen gibt man sich den hypnotisierenden Songstrukturen hin (A Field, Piano Dust, Dusk Panorama). Oder gleich beides zusammen (Crash Premonition).

    Rein elektronisch und einer Gletscherlandschaft entsprechend kühl und ruhig gibt sich Afterglow im Zeichen von spaciger und beatlastiger Ambient Electronica. Je mehr Konzentration man den insgesamt 13 Liedern widmet, desto begeisterter ist man vom unscheinbar umfangreichen, aber sehr zerbrechlichen Klangerüst.
    Mir persönlich gefällts. Es ist mit Sicherheit keins der spannendsten Alben dieses Jahres, aber durchaus den Vergleich mit Produktionen von z.B. Boards of Canada würdig - ohne beides in eine Schublade versorgen zu wollen!
    Bei mir liess die grösste Freude jedoch bereits nach zwei bis vier Durchgängen wieder nach. Aber hört doch am besten selbst hinein: mySpace/VectorLovers oder Some Records. Insbesondere hervorheben möchte ich mein persönliches Highlight Endless Summer.

    (7/10)

    Meine Favoriten:
    - A Field
    - Endless Summer
    - Crash Premonition
    - Dusk Panorama


    Tracks:
    01. Half Life (2:33)
    02. Far Side of the Tracks (4:16)
    03. Last Day of Winter (2:59)
    04. Hush Now (3:05)
    05. Rusting Cars & Wildflowers (3:49)
    06. A Field (7:45)
    07. Piano Dust (4:07)
    08. Endless Summer (6:21)
    09. Lost the High (4:44)
    10. Crash Premonition (5:12)
    11. Dusk Panorama (5:22)
    12. Long Wave (4:09)
    13. Afterglow (4:28)


    Dieses Review erschien auch bei: