Gae Bolga - Violent MetalStorm

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21 jan. 2011, 15h10m

Gae Bolga
Ha, die scheißen sich ja überhaupt nix um zeitgenössische Musik oder ein Mindestmaß an Qualität! Hier wird einfach fröhlich drauf los gethrasht, als hätte es die letzten 25 Jahre gar nicht gegeben. Um wen es dabei geht? Na, um die belgischen Thrasher von Gae Bolga natürlich, benannt nach einem Speer aus der irischen Mythologie.

Vor über zehn Jahren ins Leben gerufen, kommen die Belgier nun endlich mit ihrem ersten Longplayer aus dem Quark, holzen sich aber darauf mit jugendlicher Energie und total unverbraucht durch die musikalische Botanik. Ganz roher Thrash, völlig unberührt von irgendwelchen Modeströmungen oder auch technischen Kabinettstückchen, so, wie ihn unsere Altvorderen damals im Sinn hatten, das ist die Musik von Gae Bolga. Technisch nicht unbedingt hochklassig, versprüht die Mucke doch genug Energie, um ansteckend zu wirken. Tut richtig gut, mal wieder so etwas direktes und ursprüngliches zu hören, dagegen wirken die meisten der sogenannten Retro-Bands wir gelackte Kunstprodukte. Sehr passend dazu ist das Coverartwork ausgefallen, dass in seiner augenkrebserregenden Hässlichkeit schon wieder so etwas wie Klasse entwickelt. Und doch, irgend etwas stört mich, macht es mir unmöglich, hier eine wirklich gute Wertung zu vergeben.

Lange habe ich nach dem Haar in der Suppe gesucht und schlussendlich bin ich denn auch fündig geworden: Die Songs sind einfach zu lang. Der simple, eingängige Thrash der Band macht richtig Spaß, aber eben nur für kurze Zeit. Wären die Stücke nur zweieinhalb bis drei Minuten lang, wäre alles in Butter und wir könnten uns alle beim magischen Plüschpuscheltanz lieb haben. Aber die meisten Stücke sind länger, sogar um einiges, und dann wird’s schwer, die Aufmerksamkeit weiter auf den Song zu fokussieren, dazu bieten die Stücke in sich nicht genug Abwechslung.

An sich bin ich ein Fan von „Value For Money“, aber hier wirkt die Überlänger vieler Lieder eher spaßbremsend. Und das ist schade, denn im Grunde hat die Scheibe alles, was sie zu einem richtig guten (natürlich nicht im qualitativen, sondern eher im unterhaltsamen Sinn) Album machen würde. Na ja, man kann ja seine Anlage so einstellen, dass alle Songs nur 150 Sekunden angespielt werden und danach automatisch weiter geschaltet wird. Ist aber eigentlich auch keine akzeptable Option, dann fehlt einem wieder irgendwas. Trotzdem gibt es in Anbetracht der unverbrauchten Naivität der Band und natürlich als Belohnung für die Erwähnung unser aller Lieblingstiefkühlpizzafirma (tolles Wort) Dr. Oetkah (ausgesprochen: Udga) solide vier Punkte, die Grundrichtung stimmt ja.

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