Peter Gabriel mit Zopf

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5 mars 2012, 21h47m

Sa., 3. Mär. – Secret World - Peter Gabriel Tribute Show

Konzerte mit Cover-Bands sind immer so eine Sache. Sie sind nicht das Original!
Cover-Bands habe ich mir angeschaut, als ich zur Schüler-/Stundentenzeit nur wenig Geld für die Original-Künstler hatte. Jetzt schaue ich sie an, wenn die Original-Künstler nicht mehr auftreten oder sie sich musikalisch verändert haben. Dabei konnte ich in der Vergangenheit mit The Musical Box (Genesis), The Watch (Genesis), Echoes (Pink Floyd) gute und mit Seconds Out (Genesis) und floyd reloaded (Pink Floyd) recht gute Erfahrungen machen. Aus diesem Grund ging ich gespannt zum Konzert von Secret World, der Peter Gabriel Tribute Show.

Der Name der Band schürte die Erwartungen an eine Show, die ich von Peter Gabriel 1993 in der Dortmunder Westfalen-Halle miterleben konnte.

03.03.2012 im Hirsch in Nürnberg:
Auf der beengten Bühne des Hirsch steht eine rote Telefonzelle. Um 19:00 Uhr steigt ein Mann mit Zopf aus der Zelle und stimmt das Publikum mit Come Talk To Me auf einen zweieinhalbstündigen Abend mit Peter Gabriel ein. Diese Stimme! Es liegt doch ein deutlicher Hauch von Peter Gabriel in der Luft, die sehr mit Nebel durchsetzt ist. Beide Stimmen - die von Peter Gabriel und Alexander Weyland - weisen eine hohe Übereinstimmung auf. Das ist nicht das einzige Detail, was die Band einsetzt. Auch das Outfit erinnert an das Original: ein weißes Longsleeve mit schwarzer Weste und die schwarze Hose. Mit dem Einstieg wurden die Musiker um den Sänger Alexander Weyland noch mit wohlwollendem Applaus belohnt. Im Verlauf des Konzerts steigerte sich die Unterstützung durch das Publikum – auch bei den Gesangseinlagen.

Ohne die genaue Reihenfolge der Show im Detail wiedergeben zu können, war doch eine hohe Übereinstimmung in der Songauswahl zur Original-Show zu sehen. Die Band spielte erwartungsgemäß viele der populären Lieder, die Peter Gabriel in der Gunst der Pop-Hörer und in den Charts weit nach oben brachten: Digging in the Dirt, Steam, Don't Give Up, Solsbury Hill, Sledgehammer (2. Zugabe). Mit Blood Of Eden, Red Rain, Secret World, In Your Eyes, San Jacinto und Mercy Street wurden weitere wichtige Lieder aus dieser Zeit der Mid-80er und den 90er Jahre gespielt. Dass die Band keine authenische Secret World Live-Show von Peter Gabriel abliefern wollten, machte Sie mit der Auswahl ihres weiteren Sets deutlich: Darkness und Downside Up waren aktuellere Vertreter, und mit Rhythm of the Heat, On The Air, Games Without Frontiers, Lay Your Hands On Me, Hier Kommt Die Flut und Family Snapshot stellte die Band weiterhin eine schöne Werkschau ältere, weniger bekannter Lieder vor.

Die Performance der Künstler? Nicht das Original, aber wirklich gut! Der Sänger mit der ernormen stimmlichen Ähnlichkeit zu Peter Gabriel spielte zudem Keyboard und komplettierte den Auftritt mit weiteren Details wie bspw. dem Spiegel und dem Scheinwerfer, mit denen er das Publikum anleuchtet. Auch die blinkende Jacke bei Sledgehammer sowie Bewegungssequenzen und charakteristische Handgesten den „Meisters“ haben nicht gefehlt. Daneben muss sicherlich auch die Sängerin Jessica Setzer erwähnt werden, die die Rolle in den Duetten, im Background-Gesang und mit Percussioninstrumenten sehr gut füllte. Der Bassist, Sebastian Klein, spielte nicht einfach nur den Bass. Es setzte die von Tony Levin erstmals eingesetzten Fingersticks ein, oder er strich den E-Bass mit einem Bogen und zaubert auf diese Weise schöne wabernde Klänge. Auch der Gitarrist und Flötist Tobias Hempl, der Keyboarder Andreas König und der Schlagzeuger Thomas Eifert machten eine klasse Arbeit. Die Spielfreude war allen gleichermaßen anzusehen. Dass der Sänger einen „Teleprompter“ für die Texte benötigte, er einmal beim Texteinsatz patzte, das Schlagzeug manchmal zu hart klang, die Gitarre vereinzelt zu laut war oder das Keyboard – meinem Empfinden nach – unpassende Sounds hervorbrachte, waren Dinge, die sicherlich noch verbessert werden könnten.
Aber die Band ist nicht das Original! Und eine authentische Show von 1993 wollen die Musiker nicht spielen (http://www.secret-world.net/). Sie sind vielmehr eine Tribute-Show mit einem hohen Spaßfaktor für Gabriel-Fans.

Den Musikern, aber auch den Zuschauern – und mir – hat der Abend sehr viel Spaß gemacht!

Commentaires

  • itishere

    Ich war auch erst sehr skeptisch, denn im Gegensatz zu allen anderen Tribute- und Cover-Shows, die ich bisher besucht habe, kannte ich diesmal die Original-Show aus eigener Anschauung . Daher hatte ich etwas Bedenken, dass ich den ganzen Abend mehr oder weniger bewusst Vergleiche ziehen würde. Aber die Sorge war unbegründet, denn wie migwag schrieb, ging es hier nicht um eine 1:1-Kopie der damaligen Show, wie schon die Mischung aus alten und neuen Gabriel-Songs zeigte. Gerade durch die Einflechtung der älteren Songs wurde auch gut spürbar, wie sehr sich die Musik Gabriels über die Jahrzehnte verändert hat. Die Musiker setzten auch durchaus eigene Akzente bei einigen Songs, wobei ich nicht alle 100% überzeugend fand. Einige Songs jedoch (z. B. "Red Rain" oder "Mercy Street") gewannen dadurch für mich an Frische und Schwung und gefielen mir besser als im Original. Sehr gut auch die zusätzliche Drum- und Percussioneinlage der beiden Sänger bei "Rhythm of the Heat" und die Tatsache, dass Andreas Weynandt "Here Comes the Flood" auf Deutsch und alleine am Keyboard vortrug. Die stimmliche Ähnlichkeit des Sängers mit dem Original ist in der Tat frappierend und tritt bei seinem eigenen Prog-Projekt, Traumhaus, weit weniger deutlich in Erscheinung. Für mich ebenfalls ein sehr gelungener Abend und eine überzeugende Vorstellung! Und falls sich irgendwann die Gelegenheit ergibt, den Sänger nochmal mit Traumhaus live zu erleben, werde ich sie nutzen :).

    6 mars 2012, 8h37m
  • itishere

    Argh, der Fehlerteufel hat zugeschlagen: Der Sänger heißt Alexander Weylandt, nicht Andreas Weynand... ;)

    6 mars 2012, 20h27m
Voir les 2 commentaires
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