Fri 22 Feb – The Smashing Pumpkins, Polarkreis 18Zuviele Menschen schreiben schlechte Kritiken, hier folgt eine weitere:
Riesig war die Vorfreude, als ich vergangenen Montag das Glück hatte, 2 Karten günstig für das
Smashing Pumpkins-Konzert zu ersteigern (im Nachhinein hätte es mich auch sehr geärgert, wenn ich den vollen Preis gezahlt hätte).
Freitag, der 22. Februar 2008:
Angekommen kurz vor 20 Uhr spielten bereits
Polarkreis 18. Wie lange weiß ich leider nicht, aber es sollten noch 4 (oder 5) Songs folgen, denen wir lauschen durften. Die Halle war erstaunlich leer. Schon jetzt schien klar: die 90er sind vorbei. Doch eines nach dem anderen...
Polarkreis 18 beenden ihr mutiges Set mit den Worten, dass sie nach dem Konzert am Merchandise-Stand sein werden. Man schaut also vorbei. Ich frage nach Schallplatten: es gibt welche. Sie soll unglaubliche 18 Euro kosten. Ich bin nicht überzeugt, da die Schallplatte eigentlich für einen Freund ist. Der Sänger jedoch scheint davon überzeugt, dass seine Signatur etwas wert sei und meinte ich solle es mir doch noch überlegen. Ich überlege nicht lange und drehe dem Merchandise-Stand den Rücken zu. Zum Auftritt von
Polarkreis 18 sei vielleicht noch gesagt, dass sie ihre Wirkung vor allem "live" rüberbringen.
Also warten... schließlich sind wir hier nicht nur wegen
Polarkreis 18 da, sondern vor allem wegen der Kürbisköpfe. Dazu möchte ich allerdings nicht viel schreiben. Zu groß ist die Enttäuschung.
Kurzfassung:
Die aktuelle Besetzung besteht aus einer mageren Zwergenbassistin im roten Kostüm ohne Ausstrahlung und einem Gitarristen der seine Akkorde ohne Herz und Seele herunterspielt. Oberflächlich? Blind? Taub? Bescheuert?
Nun, ich sah eine Band die ihre aktuellen Songs aus
Zeitgeist hervorragend interpretierten und performten, jedoch keinen Bezug zu den alten Songs hatten. Spaß bereiteten mir seltsamerweise nur die neuen Songs, obwohl ich mich vor allem auf "die alten Klassiker" gefreut habe. Diese jedoch wurden lieblos und teilweise (in meinen Ohren) disharmonisch heruntergenudelt. Ich versuchte es in verschiedenen Positionen in der Halle. Ganz vorne, ganz hinten, links, rechts, einmal musste ich kurz raus um meinem Frust freien Lauf zu lassen. Nichts half. Ein lustloser
Billy Corgan brabbelte seine alten Lieder (Ausnahme:
1979) und schrie voller Enthusiasmus seine neuen Songs.
Kurzfassung 2:
Billy Corgan hat keine Haare mehr
Dies kann nun beliebig interpretiert werden"Ich will meine Band zurück, und meine Songs, und meinen Traum." waren seine Worte vor nicht allzu langer Zeit. Doch ich vermisste an diesem Abend sehr die 90er Jahre. Dabei bin ich noch nicht einmal so alt um sie RICHTIG miterlebt zu haben.
No matter where you are, I can still hear you when you drown
You've traveled very far just to see you I'll come around, when I'm down
All of those yesterdays
Coming around Dies war sie also: meine erste "Konzertkritik". Leider keine schöne. Doch es musste einfach mal raus.
Gute Nacht.