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  • Tanz das Jeans Team

    27 août 2007, 21h32m

    Ich möchte beim Jeans Team sein. Und da war ich auch. Die Herrn spielten anlässlich des 9to5-Festivalcamp auf. Irgendwo zwischen Kraftwerk, und ist ihr --- angesiedelt und am Ende segeln sie ihr Schiff gar auf einem Akkustik-Set in den Hafen rein.
    Hart und sauber treffen die Synthie- und Computersounds. Digital ist clean, es braucht eine Kleinigkeit, bis die Dekonstruktion des Sounds greift und die exakten Beats durch die Bearbeitung der Gerätschaften zu rocken beginnen, dann aber rocken sie richtig und das Volk tanzt. Es werden die Parolen geschrien, sich an der Technik abgearbeitet und dabei das ein oder andere Lob auf die Faulheit und ewiges Urlauben gefordert oder die Königin der Nacht herbeigerufen. So transferiert sich DAF ins nächste Millenium, so ist Trio mit weniger Dada und auf . Oder so.
    Auf jeden Fall aber zucken die Glieder und die Halle hüpft. Mitreissend, was Jeans Team hier veranstalten. Auch das im Radio so nach frohem Pfadfinderfolk klingende großartige "Das Zelt" (Kein Gott, kein Staat, keine Arbeit) wird in der elektrischen Verhärtung zur tanzbaren Kampfansage.
    Besonders schön ist dabei, dass Jeans Team mit ihrem auf die Synthies und Drumcomputer Draufhauen und den an die alte Industrialisierung des Lebens gemahnenden Kraftwerksound einen Abreitsbegriff heroisieren (und so latürnich ironisieren), der ja gerade von der digitalen Bohème (die ja so nicht mehr heißen will) abgeschafft werden soll. Besonders schön zu sehen war das beim großartigen "Oh Bauer", hier als Video:


    (hier erstveröffentlicht)
  • Ist digital besser?

    27 août 2007, 20h53m

    Als ich damals in den 1990ern Tocotronic entdeckte, fand ich das desaströse Geschraddel und die schlecht gesungenen Wuttexte großartig. Aber ich glaube auch, dass es richtig war, dass Dirk von Lotzow mittlerweile an seinem Vortrag gearbeitet hat. Geschraddel mag ich immer noch.
    Wenn dazu aber die schnoddrig-kritischen Texte aber nicht wütend sondern irgendwie scheinbar gelangweilt und das Ganze auch noch lange Zeit in viel zu sehr gebremstem Midtempo daherkommen, dann ist das schade. Vor allem wenn sich trotz allem schöne Harmonien, eingängig gefühlige Melodien und energiegeladenes Drumming dazu gesellen.

    Und so fand ich das Britta-Konzert beim 9to5 in der Nacht auf Samstag auch lange befremdlich. Anfangs war auch der Sound komisch. Wenn die Band schon in der Ankündigung aufgrund ihrer Texte empfohlen wird, sollten die halt auch verständlich sein. Das zum "Wir nennen es Arbeit"-Klassentreffen eigentlich passende "Wer wird Millionär" ging dann leider irgendwie im Klangbrei und wohl auch der Launigkeit von Britta-Sängerin Christiane Rösinger unter. Sie kann das deutlich besser. Und das wurde es zu Ende dann auch noch. Der alte "DJ Holzbank" kam richtig gut. Mussten sich wohl warmspielen. Dumm nur, dass das Konzert zeitlich begrenzt war.

    Schön, dass auch hier wieder Gefühle getantzt wurden. Danke dafür an den adipösen Nerd mit der Cargohose, der neben mir herumhüpfte. Welchem jetzt?

    (hier erstveröffentlicht)
  • Gettin' lucky in Kentucky

    9 mai 2007, 18h45m

    Auf Anregung und in Begleitung der norwegenerfahrenen Anne war ich gestern bei einer Musikgruppe, deren Mastermind und Frontmann aus Georgia (USA) kommt: Of Montreal haben im Lido (Berlin) gespielt.
    Während of Montreal auf Platte mir ja schnell mal etwas zu Quietsche-Pop sind, wurde gestern breitestes Crossover veranstaltet.

    ...

    Es heißt, Kevin Barnes verarbeite in seinen Songs gern auch mal die depressive Erfahrung des einsamen US-Amerikaners im norwegischen Exil. Die Musik aber in ihrem wilden Austreiben der Stilblüten ist happy happy joy. Und das Konzert machte dann auch trotz der nur anderthalbstündigen Dauer ordentlich Laune.
    Nur der Sound war grenzwertig. Breiig breit hallte er durchs nicht recht volle Lido und tendierte zu Übersteuerung und zu viel Lautstärke.

    Was das jetzt mit Kentucky zu tun hat? Das müsst ihr die Frau fragen, die während des Konzertes schräg hinter mir stand.

    Und die Langversion des Berichts gibts auf meinem Blog.
  • Die schöne Kunst des Songtexttextens

    27 mars 2007, 21h58m

    (Dieser Beitrag wurde hier erstveröffentlicht)

    Gute Musik hat gute Texte.
    Art Bruts "Moving to LA" besticht durch die Aneinandereihung schlimmster Plattitüden.

    Natürlich ist das Wetter in England nicht der Bringer (dabei beschert der Klimawandel der Insel neben Europa seit geraumer Zeit sonnige, heiße und (zu) trockene Sommer. Also wie in Kalifornien quasi).There's not much glam about the English weather.

    Trotzdem ab an die Westcoast. Was da dann an aber an hang around with Axl Rose toll ist? Na, immerhin heißt es, the murder rate is in decline.

    Aber, bloß nicht auffallen in der Stadt des großen Scheins! Deshalb: Get me a southern accent. Und auch weiterhin ist Posing alles:
    When I get off the plane, the first thing I'm gonna do is strip naked to the waist and ride my Harley Davidson up and down Sunset street. I may even get a tattoo.
    Mit der Verkleidung wird dann alles gut, denn my problems are never gonna find me.
    Damit das so bleibt gilt die Devise I'm not sending one letter or even a postcard back.

    Und so im Glück schwelgend gelingt auch die beste intertextuell angelegte Reimkette der jüngeren Musikgeschichte!
    I'm drinking Henessey with Morrissey on a beach out of reach somewhere very far away. I'm considering a move to LA!

    Einfach die dümmsten Vorurteile über ein kalifornisches Städtchen in großartiger Weise zusammenreimen und schon kommt ein spitze RocknRoll-Song raus, der nebenbei einiges an Mythos ankratzt. Ob Robbie sich wiedererkennt?



    Hier zerseiern sie das gute Ding für mittelmäßige Publikumsanbiederung, aber was soll's:


    In diesem Eintrag geht es um:
    Art Brut
    Bang Bang Rock And Roll
    Moving To LA
    Art brut homepage
  • Bin ich Indie?

    14 mars 2007, 20h04m

    • 1. Friska viljor = 529
    • 2. Modena City Ramblers = 5415
    • 3. Banda Bassotti = 1657
    • 4. Eagle Seagull = 644
    • 5. Nirvana = 497862
    • 6. Muse = 435044
    • 7. The Arcade Fire = 312414
    • 8. The Lemonheads = 40676
    • 9. Kasabian = 151640
    • 10. R.E.M. = 376959
    • 11. Fettes Brot = 40174
    • 12. Elliott Smith = 279331
    • 13. Mando Diao = 81571
    • 14. Art Brut = 79353
    • 15. Funny van Dannen = ???
    Makes an average of 164519.214286 listeners. The average Last.fm-top10-band has 520096.2 listeners, so I am 31.63% Mainstream. Take the test at mainstream.freevicente.com

    (via)
  • Da fehlt was

    2 mars 2007, 18h09m

    Ja, der Billy Corgan hat schon immer eigentlich alles alleine gemacht.
    Aber so ohne Herrn James Iha und ohne d'Arcy kann ich mir das einfach nicht vorstellen. Da fehlt der Zeit an Geist, finde ich.

    Disarm:


    (hier zuerst gepostet)
  • Immer gut.

    28 fév. 2007, 23h25m

    Manche lesen Kulturmagazine, um sich einen Überblick zu verschaffen. Andere lesen Stadtmagazine. Ich lese Anne.
    Anne hat mich auf das Immergut Festival hingewiesen, auf dem nicht nur die wunderbaren Friska Viljor spielen, sondern auch das extrem sympathische Jeans Team:


    (Dieser Post wurde hier erstveröffentlicht.)
  • Evangelische Prägung

    28 fév. 2007, 13h59m

    Liegt es an Kindheit und Jugend in einer protestantischen Gegend, das mir Friskashuffle so gut gefällt?
    Meine Kumpels und die Nachbarskinder waren alle im Posaunenchor der evangelischen Kirche und jetzt jagt mir so ein Getröte immer noch wohlige Schauer über den Rücken...

    "I've pissed into the wind for too long it's not changing"

    P.S.: Den gleichen Post mit Songteaser gibts hier.
  • Kurt, Du Depp!

    27 fév. 2007, 9h17m

    Bei Let Me In könnt ich nach über 12 Jahren immer noch sofort losweinen. Weil Stipey da ein echtes Freundschaftslied geschrieben hat und sich Trauer und Unverständnis über ein weggeblasenes Hirn darin so herrlich finden.
  • Trauriger Kim Frank

    23 fév. 2007, 11h45m

    "Aber sie schaffen es nicht, meine Musik kaputt zu machen."
    Ich mochte Echt.

    Viel Glück, Kleiner:
    Kim Frank bei Polylux

    "Es braucht Erfolg, damit ich weitermachen kann."
    Kein Kommentar, Kim Frank.

    (inspiriert bei)

    Original-Post hier auf dem graubrotblog