banq.de - Konzertrückblick: Lament | Black Tequila unplugged

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12 jan. 2011, 21h59m

Di., 28. Dez. – UNPLUGGED


DI 28.12.2010

DIENSTAGSKONZERT

Societaetstheater

°Kristin (29.12.2010)

Lament | Black Tequila unplugged


Über den Tellerrand, Teil zwei; Diesmal „Epicore“ unplugged in einer meiner Lieblings-Locations in Dresden. Mit fortschreitendem Alter weiß man Sitzplatzkonzerte eben zu schätzen – führt die Bestuhlung unter anderem doch auch dazu, dass das Publikum viel aufmerksamer und ruhiger ist und dadurch (meistens) nicht beim Musikgenuss stört.

Die auf der Theaterbühne im beinah ausverkauften „Soci“ aufgestellten Instrumente ließen mich innerlich erwartungsfroh in die Hände klatschen. Dabei ist das mit den Erwartungen doch immer so eine Sache ...

Zu Lament weiß ich dann auch gar nicht so viel zu sagen – den, stellenweise sehr an The Cure erinnernden, Indierock der Leipziger fand ich recht langweilig. Hier und da rissen mich die gelungenen Keyboardpassagen aus meiner zunehmenden Ermüdung. Sehr viel Freude bereiteten mir auch Henriette an der Violine und Christoph am Cello, die für einige Stücke mit auf der Bühne standen/saßen. Schön! Und das waren für mich auch schon die Highlights des ersten Teils der musikalischen Abendgestaltung.

So müde zurückgelassen dachte ich während der längeren Umbaupause schon an einen vorzeitigen Aufbruch. Aber nicht ohne vorher wenigstens mal kurz zu schauen, was Black Tequila so machen. Die Senftenberger, inzwischen wohnhaft in Dresden, spielen nach eigenen Angaben Epicore. Was ist das denn? Die Suchmaschine zieht zu diesem Wort die Schubladen Punk, Nu Metal und Hardcore auf. Vermischt mit Violine und Keyboard ergibt das dann wohl „Epicore“. Na gut.

Da ich in vergangenen Zeiten dem Genre der härteren Gitarrenmusik äußerst zugetan war, inzwischen aber ruhigere Musik bevorzuge (das Alter!) fand ich die Aussicht auf Harcore unplugged sehr spannend, war aber gleichzeitig auch skeptisch ob und wie das funktioniert.

Ich weiß nun: Es funktioniert hervorragend!



Kontrabass und Violine agierten zwischen Gänsehautfeeling und Rock-Power. Dazu Klavier, eine Akustikgitarre sowie äußerst angenehm mit Besen und Händen bearbeitetes Schlagwerk. Perfekt! Neben eigenen Songs spielten Black Tequila tolle Coverversionen, unter anderem von Slipknot, Lady Gaga und Papa Roach.

Die bemerkenswerte Stimme von Sänger Moppi erinnerte mich immer wieder an irgendjemanden - Chris Cornell? Corey Taylor? Eddie Vedder? Oder von jedem ein bisschen?! Auf jeden Fall wusste Moppi sie von Song zu Song immer besser einzusetzen. Er selbst wirkte ganz schön aufgedreht. Vielleicht ein bisschen so, als gehörten unplugged Shows nicht zum alltäglichen Geschäft von Black Tequila. Aber auch das machte die sechs nur noch sympathischer und verlieh der Veranstaltung das gewisse Etwas. Charis, die Dame am Klavier, war mein Star dieses Abends – ihre Freude am (Zusammen-)Spiel zauberte nicht nur ihr immer wieder ein dickes Grinsen ins Gesicht.

Was zu meckern gibt's natürlich auch: Mich störte die Aufforderung ans Publikum, immer wieder mitzuklatschen. Im dadurch heraufbeschworenen Klatschgetöse gingen mir die feinen Töne der Band viel zu sehr unter. Und das einmal klatschanimierte Publikum konnte dann auch leise ausgespielte Musikstücke nicht mehr abwarten, bevor es in Beifall verfiel. So ging leider einiges an Atmosphäre verloren.

Übrigens: Die Müdigkeit, über die ich zuvor lamentierte, war nach der Pause ganz schnell verschwunden und an einen vorzeitigen Aufbruch habe ich nicht mehr gedacht. Bleibt zu erwähnen, dass ich Black Tequila ganz gewiss auch mal bei einem ihrer "regulären" Konzerte besuchen werde. Sch... aufs Alter Zwinkernd

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