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  • [XIII] Schnee

    24 mars 2011, 16h47m

    Die Gefangenschaft
    einer gottgleichen Gewalt
    schleichende Entmachtung
    allen Lebens
    Zyklus um Zyklus wieder
    nie gelernt, nie geändert
    Macht bleibt Macht
    Schnee
    das eiskalte Himmelseisen
    unerreichter Höhen
    Schmiede, diese Atmosphäre! Staub
    wird ein kaltes Schwert
    eine Streuung gleichend keine anderen
    der Hieb berstend liebevoll, erdrückend, entmachtend
    wie kein anderer
    Die Asche aus Wasser
    muss auf der Erde zergehen
    damit ein neues Jahr
    Wahrheit werden kann
    Schnee
    der Kristall des Wassers
    er liebt seine Kinder
    den Fluss, den Vogel, den Baum
    und manchmal tut er es zu sehr
    muss er weinen
    fließen salzarme Tränen herab
    um sich in neuer Form erneut
    als Schwert zu vollenden
    Spielend hunderte Lieder
    aus seinen hundert Gestalten heraus
    Farbenpracht in weiß
    der Schnee
    der eiskalte
    Schnee
    ist todeskalt
    um den Liebenden Wärme zu schenken
    nur eine ungeregte Seele kann diese Macht nicht sehen
    und nur das Ende aller Liebe
    bedeutet Tod
    Schnee ist sanft
    unendlich vorsichtig liebkosend
    umarmt die ganze Landschaft
    weil er weiß, was es heißt
    zerbrechen zu können
    sich auflösen zu müssen
    vor Hitze zu schmelzen
    er kennt das Lied
    und schützt auch dich davor
    so du seinen Namen kennst
    Schnee
    Sohn des Königs Winter
    ist auch EIs
    ja, du bist auch Eis!
    denn wenn du weinst
    ist dies deine Gestalt
    sensibel
    wenn man dich streichelt, tröstend
    fallen viele Tropfen
    du versinkst in Tränen
    Schnee
    ist Frieden
    Schnee
    ist Unschuld
    Schnee
    fällt auch auf deinen Kopf,
    weil er dich liebt
    weil er um deine Schönheit weinen möchte
    Er ist für dich da
    so wie ich
  • [XII] Wasser wird Diamant - Der Weg zurück

    24 mars 2011, 16h47m

    Oben auf der Grenze
    wo schwarzes Meer und
    weiße Luft sich begegnen
    beginnt ein neuer Traum

    Wenn Kälte die Schwere
    von innen reizt
    wird das Wasser
    Diamant

    Ohne ein Läuten, ohne ein Knirschen
    winden sie die Bänder
    werden dicht und eins
    dünn auf der schweren Tiefe
    Je weiter die Tage gehen
    umso weiter geht der Kristall

    Selbst wenn er bricht
    bleibt es eins
    das diamantene Wasser
    eins in vielen
    und alle für dassselbe

    Auch die Wolken grüßen
    und spenden dem
    Bauwerk ihren Segen
    ein weißes Schutzkleid
    über sie
    das wärmend
    die Schönheit
    des Diamanten schützt

    Meine Spuren im Wintersand
    hinausgegangen
    Wasserdiamanten zu ernten
    Ihrer Schönheit zu betrachten
    Das spitze Metall liegt
    kalt in der Hand
    schlägt auf
    es bricht
    Einigkeit in Stücken

    Ihre Liebe in meiner Hand
    Möchte ich von ihnen lernen
    Es wird nass
    Der Diamant zerfließt
    alles was mir blieb
    ein kalter Körper

    Und unter mir
    ein Häuflein Wasser
    kommt Zeit
    ward es erneut fest

    So bleibt es ewig verborgen
    Geheimnis wahrer Einigkeit
    Es hätte uns die Natur gelehrt
    Doch wir sind zu früh gegangen

    Ich werde in den Wald gehen
    Einsicht üben, Wahrheit lernen
    Ich möchte länger nicht nur ein Mensch sein
    sondern ein Teil Einigkeit
  • [XI] Ödland - Die garstig verwüstete Fläche

    24 mars 2011, 16h46m

    Nichts war je entbehrbar
    Alles sollte ihnen gehören
    und so führte jeder Schritt
    zu weniger

    Nebelatmösphäre
    voll, verdichtet und gefüllt
    mit dem Dreck ihrer Habgier
    die Luft steht und stinkt
    radioaktiv verseucht
    allüberall unsichtbare tote Sonnen
    die ihre schmerzenden Strahlenfühler
    der ungewissen Hoffnung entgegenstrecken
    Der Schmerz ist spürbar
    Stahlseile in flüssig-gasförmiger Form
    Kristallnadeln
    explodiert eines Kaktusbaums gleich
    Das andere Leben
    füllt den Planeten mit ihrer versteckten Gefahr
    eine einzige tickende Zeitbombe
    stumm, implodierend in sich selbst
    nicht erkennbar

    Krüppel aller Art
    stehend auf der unnützen Fläche
    Holz, das einst Früchte trug
    verdorrt, gescchwürbefallen, mutiert
    des unbarmherzigen Todes Angesicht
    eine Form
    nicht zu beschreiben vermag man.
    Wo Adern einst saftig
    das Leben durchströmten
    und grün pulsierend ihre Herrlichkeit darboten
    steht vergorenes, brachiges Wasser
    höllengleich stinkend, dass man
    vor Irre aus tiefstem Innern zu schreien möchte
    des gefühlsorientierten Todes Angsicht
    eine Existenz
    nicht zu leben vermag man
    Knochiges Material
    unerkennbar seine einstige Form
    erkennbar stummes Leiden
    partiell mit einer fellartigen Masse überzogen
    vergiftet von den Tränen der Welt
    eingetaucht, verändert, aufgetaucht
    und im Leid erwacht
    verdammt wie batteriebetrieben
    ein Leiden zu Ende zu führen
    des lebenhassenden Todes Angesicht
    ein Grauen
    nicht zu sehen vermag man
    Angehöriger des Urhebers Rasse
    nicht widersinnend seinem Geiste
    Opfer der geliebten Maschine
    noch gerade wimmernd
    im steinigen Boden verkrampft
    versucht die Zeit zu töten
    und früher zu sterben
    schon längst dem Wahnsinn
    die Hand gereicht
    wartend auf Erlösung
    unter der spärlichen Kleidung
    vernichtet
    ist papierene Haut und Knochen sichtbar
    Splitter bohren sich hindurch
    Wurzelkartige Kanäle von Blut sind sichtbar
    blau angelaufen, geschwollen
    des menschengemachten Todes Angesicht
    ein Mitleid
    man nicht zu geben vermag

    Nur der Schnee auf den Bergspitzen
    bleibt Schnee
    die Wolken hängen zu tief
    des Todes Mahlzeit wurde andernorts gekocht

    Fast lautlos fielen die
    unheilbringenden Schadstoffkörper
    als wäre es die alltägliche Post:
    Nichts Neues auf der Welt
    Nur das Bild ihrer Köpfe
    Jemand hat den Film weitergesehen
    missachtend des angeprangerten Ausgangs
    Versuch macht doch nicht klug.

    Grauschwarze Farbe treibt
    die Botschaft von Kontinent
    zu Kontinent
    Wasser wird Teer
    Gras wird Sand
    Frucht wird Stein
    Leben wird irre schreiender Tod
    Nunmehr schwarzweiße Asche
    sendet das Fernsehen
    Das waren ihre Nachrichten.
    Monotones Rauschen
    Arbeiterstreik?
    Perpetuum ImMobile
    Auf Ende folgt Ende
    Kein Neubeginn.

    Nur von den Bergen
    singt der nimmer geschmolzene Schnee
    sein altes Lied
    alte Götter zu erwecken
    Hoffnung wieder zu finden.
    Wird auch er gehen
    bevor der Tod den Unschuldigen
    neues Leben gewährt?
  • [X] Iter somnii

    24 mars 2011, 16h45m

    I. Unbeschreiblichkeit der Dinge

    Höre deinem Herzen
    zu
    Weisheit des Lebens

    Gehe deinen eigenen
    Weg
    Weisheit des Lebens

    Denke deiner Taten
    Fehltritt

    Ich sang
    einfach so
    weil's sein sollt'
    und es ward Tag
    Ich erblickte
    draußen vor meiner Tür
    Leben
    und es flog
    Alles nach meinem Denken
    nach meinem Sinn
    So spiele ich Gott
    mit meinem Leben
    -
    II. Zwischenspiel I

    Und es schlug eins:
    Meine Seele sah
    die Möglichkeit
    einen weiteren Pfad
    zu beschreiten
    -
    III. Märchen

    Ich sagte einst
    ward es gewesen
    dass Zeit rückwärts liefe
    unglaubwürdig

    Ich sah einst
    einen Stein
    fliegen
    betrogen

    Ich hörte einst
    Nebel zu mir
    sprechen
    wahnsinnig

    Ich glaubte einst
    den Weg zu mir
    zu finden
    Lächeln
    -
    IV. Zwischenspiel II

    Und es schlug zwei:
    Seele meines Herzens sprach
    zu mir
    mit mir
    und dir
    und blieb dort
    hat sie doch entdeckt
    -
    V. Das Meer und die Liebe

    Rot strahlte der Mond
    als hätte er als seine Sehnsüchte
    vergessen, als wir
    an die Unendlichkeit dachten

    Staubartig zerfiel der Sand
    als wollte er unter unseren Blicken
    schmelzen, als wir
    im Licht standen

    Durchsichtig schienen die Wolken
    als schämten sie sich ihrer
    Existenz, als wir
    dem Wasser nahten

    Schaumig rauschten die Wogen
    als freuten sie sich an unserer
    Liebe, als wir
    Hand in Hand eine neue Zeit besangen
    -
    VI. Zwischenspiel III

    Und es schlug drei:
    Es sehnte das Herz
    es freute sich
    gipfelstürmend herbeigeeilt
    um höherere Berge zu entdecken
    Atemlos auf der Welle
    über mir ein langer Weg
    -
    VII. Eisblütenwanderer oder ...

    Neue Zeiten
    herangewachsen
    in mir

    Es begeht die Zeit
    alte Haut abzustreifen
    neu zu finden

    Blätter fallen
    nackte Seele
    entblößt

    Wintersfrost
    auf meinem Fleisch
    konserviert

    Wanderung durch
    weißes Land
    Blüten zu pflücken meine Absicht

    Bunte Vielfalt
    meiner Sammlung
    anders begonnen als zuvor
    -
    VIII. Zwischenspiel IV

    Und es schlug vier:
    Gesang aus mir
    Ein neuer Mensch
    er strahlt aus ihm
    Gereinigt in der Vergangenheit
    nun wird es anders
    nicht erneut von Grenzen
    umgeben
    -
    IX. Kutsche im Himmelsgewölk

    Lichtstrahlen
    kreuzen meinen Blick
    ein Gefährt
    auf blauem Tuch

    Die Galaxie in vier Augen
    Das Ziel
    hinterher ihnen
    nach der neuen Heimat

    Sterne suchen ein Zuhause
    suchen Geborgenheit
    deshalb fliegen sie
    dem Menschen nach
    -
    X. Zwischenspiel V

    Und es schlug fünf:
    Die Nacht spielte
    mit dem Leben
    denn erfüllt
    war nun auch ihr Sein
    Sterne, die durch
    Lichtjahre tanzen
    Eine Supernova
    für die Zeit
    Mein Mond er ist
    erneut in rotem Gewand
    purpurnes Lächeln:
    Weiter so!
    -
    XI. Seelenblume und Seelenschmetterling

    Schattenblüte
    eine dunkle Verschleierung
    trägt Hände
    voller Geheimnisse
    unter ihrem Herzen

    Ein Kokon
    gesponnen aus Leid
    getragen im zerbrechlichen Inneren
    konserviert
    um zu gedeihen

    Blühende Emotionen
    freigelassen aus der Hand
    nähren die Saat
    geborenes Glück
    fliegt schmetterlingsgleich durch die Nacht

    Und als der Tag kam
    kam auch er
    um sich niederzulassen
    für ihr Leben
    Wärme und Liebe zu geben
    -
    XII. Zwischenspiel VI

    Und es schlug sechs:
    Und ein weiteres Mal
    nahm er sie
    in den Arm
    Auch zu dieser Stund'
    sollte sie nicht alleine gehen
    er würde nicht weichen
    nicht er
    sein Lied wird weiter gesungen
    -
    XIII. Das verschollene Labyrinth

    Gestern ging ich im Traum
    durch die Hecken
    unendliche Blütenvielfalt
    Kreuzung um Kreuzung nahm ich
    immer bestaunend
    und wie ich länger ging
    kamen sie mir näher
    und blickte ich hinauf
    sah ich nur
    nur die Kreuzgänge aus grün und rot
    und weiß und blau und gelb
    ich fiel
    und blieb liegen
    jahrelang
    Energie strömte in mir

    Dann stand ich erneut wieder
    und zog meiner Wege
    verträumt in den Mauern
    der Hoffnung
    Fast meinte ich
    die Unendlichkeit
    in diesem grünen Geheimnis
    zu erblicken
    und erwachte ich nicht
    am Morgen
    so würde ich weiterhin
    ewig wandeln
    denn ein Ende zu finden
    würde nie sein
    weil es keinen Anfang gab.
    -
    XIV. Zwischenspiel VII

    Und es schlug sieben:
    Ich sah, dass ich weiterhin
    auf meiner Welle bleiben würde
    So ging ich den Weg
    immer dem Ruf der Blüten nach
    Resonanz meines Herzens
    Verschlossen, wie es hätte sein können
    Liebe machte es möglich
    jede Blume zu öffnen
    -
    XV. Regentanz und Lichterschauer

    Tropfen umgarnen den Körper
    wir gehen durch ein Nass
    Der Himmel weint vor Freude
    und wir lachen ihn an

    Jede Berührung genießen
    Die Kinder der Wolken
    begießen uns mit Zärtlichkeit
    wir freuen uns mit ihnen

    So sprangen wir in Pfützen
    eins mit ihnen zu werden
    sie zu lieben
    wie sie uns lieben

    Millionen von ihnen
    aufgenommen auf unserer Haut
    und tanzen über das Gras
    wiedererlebend ein neuer Frühling

    Du und ich
    werden wie sie
    die Kinder des Regens
    Und ich nahm dich bei der Hand
    ganz nah bei mir
    ich weiß wir können
    zu ihnen fliegen
    und sie begrüßen

    Über den Kronen
    fliegt das Licht uns entgegen
    in Stücken
    Ein Wunsch auf den Lippen

    Und wir auf unserem Tanz
    durch den Wald
    folgen den Streifen
    am blauschwarzen Firmament

    Es ist ein verlockender Ruf
    aber ungelogen
    es spricht der Wahrheit selbst
    wie wir aus unseren Seelen

    Du und ich
    werden wie sie
    die Kinder der Nacht
    Und wir flogen hinauf
    aus Wolken auszuruhen
    ich weiß wir können
    mit ihnen fliegen
    solange wir zusammen bleiben
    -
    XVI. Abschiedsreigen

    Und es schlug acht
    und neun und zehn und abermals
    eine Melodie
    aus Licht
    Gedanken und Gefühle
    explodieren in meinem Kopf
    und ich falle
    aber weich
    und du mit
    so möchte ich fast gar nicht mehr
    aufstehen
    denn alles ist so
    wie es sein soll
    Die Reise geht wieter
    mit uns
    wohin sie uns auch trägt
    wird das Land blühen
    die Kinder singen
    die Liebe siegen
    der Traum sich neu formen
    Beständigkeit
    der Name unseres Turms
  • [IX] Zebrochenes Wasser: Die Reinkarnation gänzlicher Aussichtslosigkeit

    24 mars 2011, 16h44m

    Zerbrochenes Wasser

    Ich bin das Meer.
    Meine lichtlosen Tiefen
    schlagen Wurzeln
    greifen den Moment
    nicht die Ewigkeit
    treiben Blüten
    in ihrer Selbst
    das Ziel ist
    die Unendlichkeit
    Düstere Ankunft
    meiner Wahrnehmung
    bringt das Licht
    an den Tag
    man kann es nicht sehen
    Aufmerksamkeit verfehlt
    Das Buch schlug wieder
    Seite um Seite um
    Fortgelaufene Geschichte
    es treibt Wellen
    in mir
    Das Märchen von der Zeit
    ich spüle ihre Worte
    an den (St)Rand
    und nehme sie fort (-)
    während in mich auf
    So spielen sie im Strudel der Zeit
    Streiche
    Ich sah Klarheit
    doch es wurde trüb
    Algen der Sonne
    meine lichtlosen Tiefen
    wo ewig Ungeheuer wandeln
    von schrecklichen Tagen erzählen
    denn Angst
    senkt sich
    in den Sumpf
    Monster, ihre Gestalt
    gegeben durch den Boden
    in dem sie schwimmen
    Es sollte meine Liebe sein
    doch die wiederkehrende Nacht
    formte das Leid
    Und so zerbrach ich an mir
    selbst
    Unfähig länger das eigene Spiegelbild
    zu erblicken
    Werde niemal wieder Eis
    weil ich nicht Eins sein kann
    Splitter in einer Schüssel
    die ewig verwirbelt werden
    Geriet ich Stück um Stück
    durcheinander
    und werde mich nie
    zusammenfinden
    denn Teil passt nicht an Teil
    der Hass in mir selbst
    der Schmerz gespickt von außen
    machte es möglich
    fremdes Material in mir
    aufzunehmen
    Es verletzte mich mehr
    und wiederum floß Blut
    es floß
    in mich hinein
    innerlich am Verbluten
    unfähig zu sterben
    Fremdkörper in meiner
    gegenständigen Seele
    nicht entfernbar
    überdauert
    Eines Tages vielleicht
    ist alles von mir gewichen
    kann ich heilen
    wird Gesundheit in
    meiner Existenz
    Eine Möwe bewegungslos
    den Sturm übersteht
    und der Wal
    den Tag am Abgrund verbringt
    an meiner Seite ...
    werde ich erneut ein Denkmal
    aus meinem Scherbenwasser
    schmelzen lassen
    und die Ode für den Kristall
    meine Stimme spenden
    Ich bin das Meer.
  • [VIII] ... und in meinen Augen blüht die Welt

    24 mars 2011, 16h43m

    Teil 1: Selbsthypnose

    I. Einklang: Pochende Monotonie

    Drang
    Hast
    Unruhe
    Erfüllung
    Pflicht
    Nutzlosigkeit
    Sinnlosigkeit
    Depression
    Schmerz

    Ewiger Kreis
    Ewiges Leiden

    Drang
    Hast
    Unruhe
    Erfüllung
    Pflicht
    Nutzlosigkeit
    Sinnlosigkeit
    Depression
    Schmerz

    Ich will nicht leben
    nicht ewig sterben

    Drang
    Hast
    Unruhe
    Erfüllung
    Pflicht
    Nutzlosigkeit
    Sinnlosigkeit
    Depression
    Schmerz

    AUSBRUCH!
    -
    II. Das drehende Firmament

    Geflohen bin ich
    unter deinesgleichen
    der Bäume Dach
    vermag mir
    Schutz zu gewähren
    mich zu heilen

    Gefallen bin ich
    über deine Wurzeln
    nun lieg ich
    und verharre
    und verharre
    atemlos

    Und über mir
    der klare Himmel
    so eindeutig
    so provozierend
    so verletzend
    so aufdringlich

    Wolken ziehen vorbei
    Graue jagen weiße
    jagen graue
    es dreht sich
    es dreht sich
    als ich sterbend dalag

    Unter mir
    die Wurzeln
    meine Falle, mein Halt
    Über mir
    das drehende Firmanment
    mein Schicksal, mein Leben
    -
    III. Ausklang: Veränderung

    Des Umgebungs Schwärze zieht
    tief in mich hinein
    ich inhaliere neues Leben
    verdränge den maschinellen Menschen

    War ich je mein Eigen?
    Werde ich es nun sein?
    Gibt es für mich ein Leben?
    Ein Lieben?

    Und auf dem Laub
    des letzten Herbstes stirbt
    mein alter Geist
    die Maschine der Zivilisation

    Als Mann
    gestorben
    -
    Teil 2: Geburt

    IV. Erwachen

    Ich fliege
    durch den Traum
    keiner Welt
    meiner Welt

    Das Leid scheint vergessen
    der Schmerz scheint überwunden
    Wo blieb des alten Menschen Anzug?
    Im Baum, im Baum

    Lichtüberströmt durchströmt

    Ich platze
    vor Einigkeit
    Als Kind
    wiederauferstanden
    -
    V. Entwicklung

    Wo blieb ich?
    Nicht hier.

    Unter dem Baum, unter dem Baum
    der Wurzeln heilenden Hände
    ich sehe
    ich lebe

    Traum wird
    Wahrheit
    Ewigkeit?
    Lichtüberströmt durchströmt

    Und wie
    der Apfel vom Stamme fiel
    wuchs er in meinem Kopf
    goldgelb klar leuchtend
    -
    VI. Übertragung

    Nie wieder
    wird das Leben
    ein Unheil sein
    Nie.

    Du sprichst für mich
    und entsagst allem Luxus
    ich gehorche
    aus meiner Seele zufrieden

    Ich bin
    neu
    Alter Körper
    Neue Gedanken
    anderes Bild
    Lichtüberströmt durchströmt

    So
    blüht sie
    in meinen Augen
    die Welt
    neuerdings nur für mich

    Warst du das Bild?
    So bist du falsch.
    Warst du der Baum,
    so habe ich mich in allen deinen Wurzeln gefunden.
    -
    VII. Pochende Monotonie II - Das Blühen

    Einklang
    Gleichklang
    Seeligkeit
    Zufriedenheit
    Ausgeglichenheit
    Liebe
    Glück

    Ewiges Kreisen ...
    Ewiges Kreisen ...

    Einklang
    Gleichklang
    Seeligkeit
    Zufriedenheit
    Ausgeglichenheit
    Liebe
    Glück

    Ewiges Leben ...
    Ewiges Träumen ...

    Einklang
    Gleichklang
    Seeligkeit
    Zufriedenheit
    Ausgeglichenheit
    Liebe
    Glück

    Ewiges Wachsen ...
    Ewiges Blühen ...

    Mein Baum
    nur für mich
    Lichtüberströmt durchströmt

    Einklang
    Gleichklang
    Seeligkeit
    Zufriedenheit
    Ausgeglichenheit
    Liebe
    Glück
  • [VII] Sternenschauer

    24 mars 2011, 16h42m

    I. Vorboten: Augustnacht

    So warm
    So still
    So hell

    Eine Nacht
    wie jede andere
    könnt sie sein
    und sie ist mein

    Denken möchte ich
    Oh denken
    Aufmerksamkeit
    dem wichtigen schenken

    Ich blicke hinauf
    der dunkelblaue
    Schleier über mir
    gesenkt über diese

    Kaputte Welt
    Durchlöchert
    von Menschen
    Verunstaltet
    zum Ende getrieben
    unrettbar?

    Und wie ich schau
    über unendliche Weiten
    seh ich den Streifen
    über den Himmel gleiten

    Wehmut meines Herzens spricht:
    Ach siehst du all das Leiden nicht?
    Du Funkenstreif ich wünsche mir
    ich wünsche mir, ach ich wünsche mir
    ein Heil für diese Welt
    -
    II. (1866) Sisyphus

    Im stillen
    Ozean der unendlichen
    Leere des Universums
    kreist
    der Komet
    und er heißt
    (1866) Sisyphus
    der seiner Bahn stets folgen muss
    Gebunden an den
    ew'gen Schwur
    und allfort dreht seine Kreise
    nur
    auf seine Art und Weise

    Im Sonnensystem ist er zuhaus
    er kennt sich hier wohl bestens aus
    drum ist verwunderlich und verdammt
    hat er Artgenossen gerammt

    Ein Schüttern
    Ein Beben
    Ein Zittern
    Ein Grauen
    Wo ist die Bahn?
    Wo ist der Weg?
    Kenne ihn nicht mehr!
    Finde nicht zurück!

    Verirrt in seinem
    Taumel fliegt Sisyphus
    keiner Erinnerung bewusst
    keinen Weg er mehr erkennt
    -
    III. Kern und Koma

    Es ist der Stein
    bei meiner Seel'
    der Stein, welchem
    die Wunde klafft
    scharf getroffen linkerseits
    Erinnerung blutet
    aus diesem Koloss
    der gebaut im Schloss
    der Zeit

    Eine neblige Aura
    ihn umgebend
    vermitteln Eindruck
    er möge weinen
    vor Schmerz
    vor Vergessenheit
    vor Heimatlosigkeit
    Silbrig schimmert
    der Dampf
    stetig umgebend
    niemals von ihm weichend
    und doch vermittelt er
    Einsamkeit
    -
    IV. Der Schweif

    Mit ungeheuer Donner rast
    der Riese weder mit Ruh'
    oder mit Hast
    dahin durch den öden Raum
    ihm folgend sein stetig Saum
    Es ist
    die Schleppe seiner Majestät

    Denn heute soll er König sein
    das Schicksal es herrscht
    in ihm
    ganz allein

    Sein Schweif
    treibt die Reise an
    da vorne ist das Ziel
    und dann
    werden wir Geschichte schreiben
    nichts wird hier sein
    nichts wird hier bleiben
    heute Nacht mit aller Macht
    werden viele umgebracht
    -
    V. Die Konfrontation

    Stetig naht er
    seinem Ziel
    weil es so
    das Schicksal will

    Doch ist der Hoffnung
    nicht alle gefahren
    die Barriere naht
    er zieht sein Schwert
    Erzitternd führt er es hinein
    es donnert
    durch Mark und Bein
    Ein weiterer Schlag
    und Hieb auf Hieb
    Es scheint
    im Himmel
    da herrscht Krieg

    Ein Blitzen
    und Rumpeln
    und Schlagabtausch folgt
    Schlagabtausch
    so zieht der Kampf
    mal her mal hin
    das war vom Ende der Beginn
    -
    VI. Das Leuchten

    Und droben
    im Himmelsgewölk
    führt Sisyphus
    den Kampf fort

    Sein Schweif dient ihm
    als Schwert und Schild
    er bleibt mächtig
    er bleibt erhaben
    seiner Orientierung beraubt
    so wird er doch
    die Schlacht hier schlagen
    Ein letztes Mal will er
    mit aller Kraft
    zeigen aus welchem
    Fleisch er gemacht
    Er ist der Adel des Weltenraums
    Eine reine Natur

    Genug!
    Der Kampf dauerte
    lang genug
    jetzt fahr ich fort
    mit meinem Flug

    Ein Aufbäumen
    Ein Aufbrausen
    der Schweif gekrümmt
    zum finalen Schlag
    erhoben
    Nun ist Schluss
    mit der Komplimentiererei!
    Seht den Herrscher
    sein adlig Blut
    offenbart
    seiner Herrkunft
    es blendet
    es blendet
    gleißend aller Dinge
    jenseits des Kampfes
    das ist Sieg
    Sisyphus
    erstrahlend
    im astralen Krieg
    -
    VII. Die Reise

    Geschlagen
    ist der Schutz nun
    nieder ist er

    Der König
    führt seinen Zug
    fort
    im Triumph
    gleißend erhellt
    vom Kampfe erhitzt
    ein letztes Mal
    gesiegt
    Sein war der Kampf
    Sein war der Schweiß
    Sein ist der Lohn
    Sein ist der Preis

    Nun seht
    da vorne naht das Ziel
    den Platz den er
    vernichten will
    -
    VIII. Das Ende

    Ach ein Traum
    ein wunderbarer Traum
    wenn Frieden dieses Land durchflösse
    über den Menschen sich ergösse
    Oh ihr glaubt gar nicht, was gäb ich nur
    für ein Wunder der Natur

    Mein Geist gelähmt
    vor Schreck erstarrt
    mein Körper ebenfalls
    Was war das?

    Der Donner
    wo kommt er her?
    Aus diesem dunkelblau
    weiß gefleckten Himmelsmeer?

    Nicht.
    Doch!
    Ich sah es schon
    Ein Licht erstralt
    Es sinkt
    wird größer
    ich seh die gewaltige Masse
    ein Koloss
    ein Herrscher
    er kommt
    um zu richten
    zu befehlen
    zu unterwerfen
    Ich erkenne.

    Der Horizont
    er blüht
    in abgrundtief
    blutigem rot
    Mein Blick wird hell
    Dann ...
  • [VI] Autarkiestreben - Ein kurzer Einschub der Selbstvernichtung

    24 mars 2011, 16h42m

    I. Untitled I (Winter 2008)

    Ich lebe in einer Hand voll Einsamkeit
    dunkle Finger umschließen mich
    und versperren mir die Sicht auf das Leben

    "Ich denke
    also bin ich"
    doch jeder Gedanke
    treibt die Finger fester um mich

    Es wird heiß
    ich atme flach
    in meiner Hand voll Einsamkeit
    jetzt lieg ich dauerhaft wach

    Kein Entrinnen aus dieser Tristesse
    denn kein rettender Gedanke mir kam
    und die Haut streift mich
    und legt sich fest um mich
    und meinen Hals, dass ich nicht atmen kann

    Ich schließe die Augen
    und das Kapitel "Ich"
    doch schwimmt mir ein Lächeln in Gedanken
    und der Druck auf meiner Haut löst sich

    Die Dunkelheit flieht
    und auch ich kann fliehen
    vor meiner Hand voll Einsamkeit
    denn durch die Liebe erkenne ich
    wie man die Einsamkeit besiegen kann
    -
    II. Untitled II (Winter 2008)

    Meine Gedanken splittern
    wie zerberstendes Eis über eine große Fläche
    und zerrinnen
    gleichsam dem Schmelzfluss des Eises
    und zurück bleibt der leere Raum

    Von Einsamkeit umhüllt
    von Nutzlosigkeit getrieben
    ein Teufelskreis, der nicht existent
    scheint
    aber ebenso fesselt, wie er selbst schneller
    voranschreitet

    Der Körper ist gefesselt
    die Seele ist betäubt
    vereint in mir ist Ruh und Drang
    nur einer ist mein Freund
    So sinnlos leb ich vor mich hin
    in unverdrängbar Einsamkeit
    gar abgeschieden jedes Leben
    so fremd ist mir die Menschenheit

    Eigenschaften wandeln sich
    der ganze Geist wird stumpf
    ich verliere meine Menschlichkeit
    und werde gleich dem Tier

    Eine Existenz, die nicht existiert
    eine Zeit, die nicht vergeht
    so ist die Zerrissenheit
    ich lebe nur und nichts passiert
    -
    III. Autarkiestreben (Alternatives Winter Calls ... Ende)

    So sehe ich
    eure Falschheit
    eure Abnormalität
    übertretet
    Grenzen
    der Natur

    Geht den Weg
    der Verdammnis
    ich aber
    wende mich ab
    Mein Fleisch soll
    nicht in eurem
    Meer der Verschwendung
    versinken

    Es ist Zeit
    den kapitalistischen Menschen
    abzustreifen
    Zieh dein altes Gewand an!

    Verlaufe dich
    im vorindustriellen Zeitalter!
    Finde nicht wieder
    hinaus

    Was du hast
    soll dir zum Leben reichen!
    Was du bekommst
    legt Mutter Natur fest!

    Und du blickst
    von oben hinab
    auf die niederen
    auf den Abschaum
    auf die Vergeuder
    ihr Schaffen
    soll unlängst
    ein Ende finden
    -
    IV. Hölle auf Erden (Frühjahr 2007)

    Stille ...
    Totenstille ...
    Du schwebst im Dunkel
    bist ein Nichts,
    überall und nirgendwo
    und wartest
    auf den Richtspruch

    Gestorben ...
    Gestern Nacht ...
    Gestorben!
    Stille ...

    Wohin
    wirst du gehen?
    War dein Leben
    würdig genug
    um in die Höhen des Himmels aufzusteigen
    oder ...
    wird Satan
    dich in die Tiefen der Hölle ziehen?

    Arbeiten!
    Arbeiten sollst du
    als Satans Knecht,
    wenn du zu Lebzeiten
    schlecht
    gehandelt
    hast!
    Du wartest ...
    Du leidest
    Leiden sollst du!
    Oder nicht?
    Die Frage
    aller Fragen ...

    Gestorben um zu warten!
    Du
    hast gelebt ...
    Gemordet!
    Geschändet!
    Geplündert
    Gestorben ...
    GEISTESKRANK!
    Leiden sollst du!
    Leiden
    für alle Ewigkeiten
    aber
    nicht hier ...

    Du
    sollst den Schmerz
    die Armut
    das Leiden
    welches du zu Lebzeiten
    so großzügig verteilt
    am eigenen Leib verspüren

    Du
    sollst nicht arbeiten!
    Leben sollst du
    In der Hölle auf Erden!
    -
    V. Existencial Question

    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Sense
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Sense?
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    Non
    NonSense
    -
    VI. Epischer Krieger

    Er ist es.
    Der epische Krieger in seinem Kampf.
    Ein Kampf ohne Schaden, er kommt um mit sich selbst zu kämpfen,
    des epischen Kriegers Leid
    ist sein Sinn und seine Pflicht.
    Sein Kopf ist das wahrhaft ehrliche Selbst.
    Er blutet aus den Wunden
    geschlagen durch falsches Leben.
    Der epische Krieger
    stirbt
    nur durch Falschheit.
    Seht sein Leben
    Folgt seinen Spuren
    wenn ihr bereit für dies seid.
    Kämnpft seinen Kampf
    wenn ihr nach Gleichem sucht.
    Er wird für euch sich selbst verraten
    Der epische Krieger.
    -
    VII. Mind-Splitted Part I: The Truth

    Cry!
    Loudly!
    Painfully!
    Broken!

    Know
    what it means
    to be happy
    is unknown
    Know
    what it means
    to be happy
    Won't be known

    Pain!
    My only sense
    Pain!
    Life works
    like a murderer
    with my soul

    Everything I see
    is beauty
    but it hurts
    for everything
    I cry
    and it hurts!
    myself runs
    against a wall

    No way
    out
    There's no way
    out of this hell!
    I'm
    unneccessary ...
    -
    VIII. Mind-Splitted Part II: The Other

    You
    are my enemy
    You
    need to be killed

    I
    know what it means to live
    I
    show you who is the one

    To Win!

    My life
    is the thing
    that takes the
    truth to light

    My way
    is the one
    to be lived
    by you all

    I hate
    you
    with your
    senseless life

    I hate
    you
    for all you have
    done to the world we live in

    Give me a weapon
    and I'll kill you all
    Give me a reason
    and I do it now!
  • [V] Euphoria

    24 mars 2011, 16h41m

    Hörst du die Gesänge der Zeit?
    Am Rande des Weges aus den Bäumen
    Es ist gut hier draußen zu sein
    unter den reifen Kastanien

    Gefallen die Früchte
    zerplatzt ihre Haut
    verschlossen die Lippen
    kein Wort mehr ertönt

    Ich knie nieder
    ein Stück zu nehmen
    ein Stück der fernen Vergangenheit
    weiß ich noch, wie es früher war?

    Im Frühling
    voll Blüte die Riesen waren
    ein Regen aus weiß
    und rot sich aus ihnen ergoss

    Von überall tönt das Lied
    der alten Zeit
    ein Monument
    der untergegangenen Welt

    Flüsternd ihre Stimmen
    schlugen
    um meine von
    Vergessenheit geplagte Seele

    Sie reißen mich fort
    aus diesem Land
    ich werde gezogen und unerkannt
    kehre ich wieder zurück

    Über die Flüsse
    zwölf an der Zahl
    durch das Tal der Vergessenheit
    folgend dem Pfad der Entwicklung
    fliege ich durch die Welten
    Hinter dem See der Unkenntnis
    liegt der Berg der Unerreichbarkeit
    geht man den Stollen der Flucht
    erstreckt sich vor einem
    EUPHORIA!

    Jung die Menschen
    karg die Landschaft
    arm an Nährstoffen
    und Pflanzen die Welt
    Sandig der Boden
    verbrannt riecht die Luft
    ein Gebiet, wo man sonst
    kein Leben vermutet

    Nähert man sich den ersten
    Häusern der Stadt
    wird man schnell sehen
    womit zu tun man es hat

    Die Häuser klein
    vielgestaltig und verziert
    Sogleich erscheinen Menschen daraus
    und begrüßen überstürzt den Besuch

    "Willkommen im Land
    der Unbefangenheit
    wir lieben das Leben
    in Sorglosigkeit
    Wir sind das glücklichste
    Volk im Universum
    Komm' bleib bei uns
    und genieß' die Zeit!"

    Man wird aufgenommen
    und merkt nach und nach
    dass es einem
    an nichts mangelt
    stets ist der Magen gut gefüllt
    die Kassen der Bürger auch

    Fragt man sie nach
    dem Rezept des Wohlstands
    wird die Antwort
    ein Schulterzucken sein
    "Wir sind so glücklich
    dies zu wissen, das reicht"

    Eines Tages
    von ungefähr
    kommt ein Hüne geritten
    er hält in der Hand
    einen langen Speer
    sein Blick zerfurcht
    und geplagt von Jahren
    Er wird aufgenommen
    wie ein jeder andere
    schnell ein Mitglied der Welt
    von allen er geschätzt sehr wird
    ist er doch der Größte hier

    So beginnt das Bild
    des Landes zu wandeln
    findet er am Respekt den Gefallen
    und nutzt es für eigene Zwecke aus
    Die Kinder in ihrer Naivität
    folgen ihm den Weg entlang

    Da ergibt es sich mit der Zeit
    dass er zu fordern beginnt
    da er hier doch der Beste
    so scheint
    so will er des Landes
    Herrscher sein

    Euphorias Bevölkerung stockt
    hat sowas zuvor nie gekannt
    doch schnell vom Gedanken
    begeistert sie sind
    weist er doch Vorzug
    in hoher Zahl auf

    So kommt es halt
    wie es kommen muss
    mit der Unbefangenheit
    macht er Schluss
    er führt das Land
    in den Krieg und dann
    liegt es zerstört
    und trist und in Brand

    Die Menschen voll Furcht
    nach allen Richtungen fliehn
    nie hätten sie dies gekannt
    vergessen doch alle die alte Welt
    und fremd von da an
    ein jeder war

    So zeigen sie uns
    als Beispiel das Land
    was mit fehlendem Ernst passiert
    hätten die Kinder auch Leid gekannt
    so hätte sie nie
    ein Herrscher interessiert

    Da sie geflohen, überstürzt
    nach anderen Welten überall
    so lehret diese Geschichte nun:
    Nach dem Hochmut da kommt stets der Fall!

    Und immer noch
    nach Äonen von Jahren
    hört man einen Baum
    das alte Lied singen
    Er hat auch stets
    Blüten getragen
    denn die Geschichte zu zeigen
    dafür ist er hier

    So lehrt er noch heute
    ein Kind wie mich
    was passiert, wenn man
    nicht ewiglich
    das gleiche Leid
    kennen möchte
    was einst unschuldigen
    Bürgern wiederfahren
    die gelebt im Lande
    EUPHORIA!
  • [IV] Essenz II: Mein kleiner Mikrokosmos

    24 mars 2011, 16h40m

    I. Auf seichten Schwingen

    Soll ich dir sagen,
    was mich wirklich bewegt?

    Nicht ihr
    in eurem sterilen Denken
    verblendet

    Mit jedem Lidschlag
    erhebe ich mich weiter
    über jenes Ödland
    dass ihr Heimat nennt

    Ich hätte nie geglaubt
    alles zu kennen
    Ich würde nie behaupten
    alles zu wissen
    Aber was sah ich?
    -
    II. Unschuld

    Unter dem allmächtigen Banner der Sonne
    erhebe ich mich
    als höchste aller Freudigkeiten

    Ich bin die einzige
    Wahrheit
    ungeheuchelt
    und doch falsch
    Ich kenne kein Leid
    Egal, wie oft
    das Unglück meiner Wege kreuzt
    ich erkenne es nicht
    Ich bin die Reinheit
    die Quelle aller Klarheit
    Ich nenne Naivität mein Eigen
    zurecht
    als einziges Kind
    unter dem allmächtigen Banner der Sonne
    -
    III. Erkenntnis

    Ich bin der Blitz, der dir das Hirn durchzuckt
    Ich bin der Schmerz, der dir das Herz zerdrückt
    Ich bin das Auge der Gerechtigkeit
    Ich bin die einzig wahre Wahrheit

    Ich weiß, wieso du das bist, was du bist
    Ich weiß, was dir die Seele zerfrisst
    Ich weiß, wie das Leben funktioniert
    Ich weiß, weshalb alles passiert

    Ich nehme die Zügel in die Hand
    Ungläubige Leiber stehen an der Wand
    Mich kann nichts und niemand zerstreuen
    Wer gegen mich ankämpft, der wird es bereuen

    Ich habe euch alle auf des Lebens Straßen besiegt
    Ich bin der, der alles Recht kriegt
    Bei allem Risiko kann mir gar nichts passieren
    Vergesst den Kampf, ihr könnt nur verlieren

    Ich bin von allem, das schlimmste Vieh
    Komm gib mir dein Leben, denn ich sterbe nie!
    -
    IV. Angst

    Eine ungewisse Höhle
    meine Existenz
    Ich bin verschlossen
    obwohl mich jeder finden kann

    Es gibt keinen Weg zu mir
    doch kann man mich auf jeder Strecke kreuzen
    Ich bin schweigsam
    und doch schreie ich

    Ich bin unsagbar ...
    -
    V. Trauer

    Ich glaube sterben zu müssen
    Es gibt kein Entrinnen für mich
    Bin ich jetzt nutzlos?
    Allein?

    Mehr als das.
    Ich lebe nicht mehr
    ich existiere nur noch
    Die Gegenwart schreit nach Zerstörung
    Meine Vergangenheit bittet um Erneuerung
    Lass die Zeit rückwärts laufen!
    und mich so entgehen
    diesem primitiven Dasein!

    Ich kann nur noch fallen
    jeglicher Halt so fern
    Egal
    welches Ufer ich zu ersuchen mag

    Ich muss fort von hier
    und doch bleibe ich gefesselt
    denn Leben ist nunmehr Funktion
    Auch das größte Tränenmeer
    kann mit Hoffnung ausgelöffelt werden
    -
    VI. Hass/Verzweiflung

    ... und so richte ich mich gegen alles
    und über mich selbst
    nicht einmal meine Hilfe
    kann ein weinendes Herz stillen
    Ich sterbe allmählich
    und ziehe andere ins Verderben
    Allein bin ich verloren
    mein Weg ist die Vernichtung
    die an meinem Leben zerrt
    und es erfüllt mich mit Freude
    es ist mein Sinn
    ich existiere
    um mich zu ertränken

    Im Rausch der Nacht
    niedersinkend
    im sumpfigen Morast der Emotionen
    eingebettet
    stillgelegt
    Im aufsteigenden Wirbel
    schwillt das Feuer
    meines eigenen Kopfes
    über mir schimmert das kalte Mondlicht ...

    Zerstörung
    der Körper schreit nach
    Erlösung
    alles endet im
    Chaos
    das Jetzt ist das
    Ende

    Kapitulation!
    Ich verlange nichts mehr zu retten
    Ich lege mich in Ketten
    Ich lasse mich umhüllen
    Ich habe keine Lust mehr in meinem Dreck zu wühlen!
    -
    VII. Melancholie

    Das Leben gleicht einem Tanz
    auf einer Nadelspitze
    Ein nahezu
    schwebender Zustand

    Unbekümmert vergehen Jahrtausende
    in einer Sekunde
    ich störe mich nicht daran
    jedes Ende ist ein neuer Beginn

    Ich habe das "Vielleicht" vergessen
    in meiner Welt ist kein Platz dafür
    Mein einziges Problem bin ich
    aber mir fehlt die Notwendigkeit
    für eine Lösung
    denn ich kenne weder Zeit
    noch Abschied
    Und jede Sekunde, die ich lebe, lässt mich sterben
    -
    VIII. Gleichgültigkeit

    Wenn Leben
    Routine wird
    dann werden selbst
    die kräftigsten Farben
    farblos und unscheinbar

    Du kennst den Geschmack
    salziger Meeresluft nicht mehr
    Die Ohren
    bleiben für jeden Vogel unempfänglich
    Hast du das weiche Fell
    einer Katze auf deiner Haut vergessen?

    Dann fang wieder an zu leben, du Narr!
    -
    IX. Liebe

    Kannst du mir Vetrauen
    schenken?
    Bist du bereit dein
    Leben in meine Hände zu legen?
    Wirst du bis des Lebtags' End'
    stets meinen Blicken folgen
    So spreche ich, die Herrin
    deiner Sorgen

    Ich bin die Hure
    aller Emotionen
    Ich bin nicht gebunden
    und nicht zu bezähmen

    Ich kann der Worte
    niemals genug hervorbringen
    Ich besteche mit allen Mitteln
    die ich nutzen kann
    Ein jeder Mörder
    könnte mein Bündnis
    sein
    denn ich existiere um zu gewinnen
    oder mich selbst zu vernichten
    -
    X. Schmerz

    Dein Wort ist Gesetz
    deinem Willen beuge ich mich
    Deinen Weg werde ich gehen
    Nur wer hier kämpft, der kann verlieren

    Der Donner
    der das Bewusstsein zerschellen lässt
    lastet über mir
    Wann kommt der Knall?
    Ich bin bis zum Sinken überladen
    und warte Jahrhunderte
    auf den Tropfen
    der das Fass
    zum Überlaufen bringt.
    Unsterblichkeit ...

    Ich bin mein eigener Gefangener
    Ich habe den Schlüssel
    unfähig ihn einzusetzen
    denn ich habe mir AUgen und Hände gebunden

    Kein Licht
    erhellt mein Leben
    Ich sterbe jeden Tag
    und doch bin ich nie tot
    Ich bin der ewige Tageszyklus
    eine hypnotische Existenz
    der bittere Beigeschmack in deinem Leben
    die Faust im Gesicht
    wenn du anfällig bist
    Ich bin deines Kopfes Herrscher

    Schrei so laut du kannst
    vertreiben wirst du mich nicht
    Versuche mich zu ignorieren
    doch ich bin die Wahrheit!
    -
    XI. ... durch das Leben

    Am Anfang vom Ende
    vor mir liegt das Nichts
    Ich habe ein Leben verloren
    und ein weiteres werde ich mir nehmen

    Ich weiß jetzt
    dass ich nirgendwo zu Hause bin
    keine Welt
    kann mir ein befriedigendes Obdach stellen
    Ich bin zu entfremdet
    um an meinem eigenen Leben teilzunehmen

    Alles, was mir hier noch bleibt
    ist, mich selbst zu verlieren
    doch ich bin Null
    ich bin im Gleichgewicht
    ich stagniere
    ich bin immun gegen alles

    Ich war nie
    des Tages fröhliches Kind
    unter dem Stern der Hoffnung
    Ich bin: Ein totes Faktum der Notwendigkeit

    Ich kann mich nicht negieren
    scheint dies doch alles real
    doch bleiebe ich kein Puzzleteil
    eures Bildes
    Reißt mich doch in Stücke
    es schadet mir nicht!

    Ich könnte wieder fallen
    und tue es immer noch in meinem Kopf
    Vergesst alle Klippen dieser Welt
    Der Abgrund meiner Seele ist unendlich
    und ich versank ganz allmählich
    und finde aus seiner Irre nicht mehr hinaus

    Und so nutzte ich die Reise in den Tiefen meines Geistes
    ich nahm einen Spiegel
    und warf das Bild auf eure Welt
    hervor kam kein Phönix aus der Asche
    sondern ein welkes Laubblatt
    welches knisternd in den gierigen Flammen auf Nimmerwiedersehen verschwand

    So ist die Welt
    kein Weg führt aus dem Feuer
    welches unsere Leben in seiner Mitte aufnimmt.